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Frostschäden in Millionenhöhe: “Kaum mit ungeschädigten Flächen zu rechnen”

24.04.2017 – Traube im Eis_M. Groszmann_pixelio.deDer Frost vom 20. auf den 21. April wird für Obstbauern und Versicherer teuer. Die Münchener und Magdeburger Agrarversicherung (MMA) spricht vom schwersten Frostereignis seit 1991. Ein Nachteil für die Bauern war das frühsommerliche Wetter im März, das die Blüten sprießen ließ. Der Weinbauverband spricht von gravierenden Schäden.

Besonders betroffen vom zeitigen Frühsommer und dem Folgefrost sind Winzer und Obstbauern – VWheute berichtete. Martin Heiß, Leiter Schadenaußendienst der Münchener und Magdeburger Agrarversicherung, erklärt, warum das so ist: “Durch den wärmsten März seit Messbeginn im Jahr 1881 waren die Kulturen in ihrer Entwicklung bereits weit fortgeschritten: Bei Obst sind die Kulturen in der Vollblüte, selbst späte Sorten bei Wein sind schon ausgetrieben. Damit sind die Kulturen besonders empfindlich bei Frost. Aufgrund der nun aufgetretenen Spätfröste ist daher kaum mit ungeschädigten Flächen zu rechnen.”

Auf über 2.500 Hektar Weinfläche wurden laut der MMA Frostschäden gemeldet. Das entspricht rund 3500 Mal der Größe des Spielfelds der Allianz Arena. Sigmund Prummer, Schadenvorstand der Münchener und Magdeburger Agrarversicherung, beklagt die unzureichende Absicherung vieler Bauern: “Die Versicherung gegen Spätfröste ist leider noch immer relativ selten ein Thema auf den Betrieben, obwohl diese Versicherungsprodukte seit Jahren angeboten werden.” Komplett schwarz möchte der Versicherer das Frostbild allerdings nicht malen, die kommende Entwicklung der Fruchtreife bleibe abzuwarten.

Weinbauverband bestätigt Schäden und ermittelt Zahlen

Aktuell wir die Schadenhöhe noch von Experten des deutschen Weinbauverbandes evaluiert. Die bekannten Schäden sind allerdings so akut, dass der Verband das Thema Frostschäden auf die Agenda einer in der nächsten Woche stattfindenden Vorstandssitzung gesetzt hat. Die Mitglieder des Verbandes sollen zu dem Termin neuste und genaue Zahlen liefern.

Herr Rückrich, Referent für Weinbau beim Weinbauverband, erklärt: “Es hat in allen Anbaugebieten Schäden gegeben – teilweise auch gravierende. Wie groß die Schäden sind, hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem der Lage, den Rebsorten oder den örtlichen Gegebenheiten. Der Frostschaden kann eventuell im Jahresverlauf ausgeglichen werden, abhängig davon, wie viel Prozent des Anbaus bereits geschädigt wurden.”

Die Folgen sind in jedem Fall real und spürbar: “Wir gehen davon aus, dass der Frost vom 20. auf den 21. April ertragswirksam sein wird. Die jetzt ermittelten Triebschädigungen sind allerdings nicht gleichbedeutend mit einem Ertragsschaden. Es wird einen solchen Schaden geben, aber der wird wahrscheinlich geringer sein, als die jetzt prognostizierten Zahlen. Sicher ist: Der Verlust ist da”, ergänzt Rückrich. (vwh/mv)

Bild: Rebe im Eis (Quelle: M. Großmann / PIXELIO / www.pixelio.de)

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