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“Extremwetter ist ein großes Risiko für uns”

21.06.2017 – Rohwer_Ostangler_OtteDie Ostangler Versicherungen mit Sitz in Kappeln/Schlei ist zwar vor rund 230 Jahren in ihrer Region Angeln gegründet worden, hat aber inzwischen den Geschäftsraum auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt. Mehr als 50 Prozent der Beitragseinnahmen kommen inzwischen durch Makler. Über die Zielsetzungen sprach VWheute am Rande der jährlichen Mitgliederversammlung mit dem Vorstandsvorsitzenden Jens-Uwe Rohwer.

VWheute: Sie sind mit dem Geschäftsjahr 2016 sehr zufrieden. Das ist aber Vergangenheit. Wie sieht es bisher in diesem Jahr aus?

Jens Uwe Rohwer: Für dieses Jahr erwarte ich wirtschaftlich ein ähnlich gutes Ergebnis wie in 2016. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind wir als kleinerer Versicherer sehr flexibel und innovationsbereit. Daher können wir schnell auf die Wünsche unserer Kunden eingehen. Außerdem war es eine richtige unternehmerische Entscheidung, unser Geschäft vertrieblich auszuweiten und uns bundesweit aufzustellen. Neben unserer eigenen Außendienstmannschaft in der Region, arbeiten wir erfolgreich mit über 800 Maklern im gesamten Bundesgebiet zusammen. Unsere Vertriebswegevielfalt wird durch das Internet und die Union Bank AG abgerundet. Der Ausbau des Belegschaftsgeschäftes entwickelt sich zu einer weiteren starken Säule der Vertriebsaktivitäten.

VWheute: Sie sprechen davon, erheblich in die Weiterentwicklung von Informationstechnologien zu investieren. Das dürfte einem kleinen Versicherer sicher schwerer fallen als anderen?

Jens Uwe Rohwer: Da haben Sie völlig Recht. Aber auch wir müssen uns in einer digitalen Welt zurecht finden. Wir haben sogar den großen Vorteil, in der Umsetzung schneller zu sein als viele Branchengrößen. Da geht es nicht nur um die Modernisierung der Tarifrechner mit einer leichten Bedienungsanwendung, sondern vor allem um den digitalen, standardisierten Datenaustausch mit den bundesweit tätigen Vermittlern. Gerade bei den BIPRO-Anwendungen sind wir besonders fortschrittlich. Der Datenabgleich zwischen Makler und Versicherer verursacht beim Makler häufig einen sehr großen manuellen Aufwand. Als erster Versicherer am Markt bieten wir eine innovative Lösung an, die für den Vermittler eine spürbare Entlastung bringt. Unser Ziel ist es, uns mit effizienten Prozessen durch eine kluge EDV-Unterstützung beliebt zu machen. Das hilft sowohl die Qualität zu verbessern als auch mittelfristig Kosten zu senken.

VWheute: Im letzten Jahr haben Sie eine völlig neu gestrickte “Unfall Existenz”-Versicherung auf den Markt gebracht. Gibt es in diesem Jahr wieder etwas Neues aus Ihrem Haus nahe der Ostsee?

Jens Uwe Rohwer: Ja, das gibt es. Unser neues Produkt betrifft spezielle Garantieverlängerungen für Massenprodukte über die gesetzlichen Fristen hinaus. Dazu gehören zum Beispiel Tauchkameras, E-Zigaretten, Reinigungsmaschinen und Landmaschinen. Hier ist der Einzelhandel unser Kunde, der seine Produkte direkt gemeinsam mit einer Garantieversicherung anbietet. Das neue Angebot stößt gerade bei Spezial-Maklern auf Interesse.

VWheute: Wetterkapriolen sind sicher für Sie nichts Ungewöhnliches. Gerade auch weil Sie in der Landwirtschaft verwurzelt sind. Wie beeinflusst der Klimawandel Ihr Geschäft?

Jens Uwe Rohwer: Der Klimawandel ist für die gesamte Branche und auch für uns schon ein Problem. Mehr Stürme und extreme Wetterereignisse sind ein großes Risiko für unser Haus. 2016 sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen, da wir von massiven Sturmschäden verschont geblieben sind. Damit wies unsere größte Beitragssparte, die Wohngebäudeversicherung, ein positives versicherungstechnisches Ergebnis aus. Unverändert gilt aber nach wie vor, dass die Sturmgefahr das Risiko Nummer eins für die Ostangler war und ist. Ende 2016 haben wir unsere Sturmexposure durch ein großes Rückversicherungshaus berechnen lassen. Unverändert halten wir uns für ein Sturmereignis größer 200-Jahre Wiederkehrperiode gewappnet.

Die Fragen stellte VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte.

Bild: Jens Uwe Rohwer (Quelle: Ostangler)

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