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“Erwerbsunfähigkeitspolice ist eine gute BU-Alternative”

21.04.2017 – Luer HDIEin BU-Angebot auf dem Bierdeckel? Das wäre für Thomas Lüer reizvoll, würde aber an den Gesundheitsfragen scheitern, erklärt der Leiter des Regional Maklervertriebs bei HDI im Roundtable-Gespräch der Finanzwelt. “Ich bezweifle, dass das im Sinne des Versicherungskollektivs wäre.” Für Claus-Dieter Gorr, Chef von Premium Circle, hat die BU-Architektur ohnehin einen grundsätzlichen Konstruktionsfehler.

“Angefangen damit, dass kein Beruf, sondern Arbeitsplatzrahmenbedingungen versichert sind, die im potenziellen Leistungsfall mit gesundheitlichen Einschränkungen unternehmensindividuellen korreliert und dem Versicherten per Bescheid mitgeteilt werden, über die auf den GDV-Musterbedingungen und dem VVG beruhende Fülle unverbindlicher Formulierungen und unbestimmter Begriffe bis hin zu unklaren Nachweis- und Mitwirkungspflichten. Jeder Berater kann beim Kunden nur skizzieren, denn wie am Ende geleistet wird, ist hochindividuell”, erklärt Gorr.

Er kritisiert vor allem, dass Versicherer bei der Qualifikation der Vermittler geschlafen haben. “Die Vermittler verlassen sich auf Siegel statt auf Fakten, etwa so, als würden Ärzte bei ihren Behandlungsmethoden die ‘Apotheken Umschau’ zu Rate ziehen”, sagt Gorr der Finanzwelt.  Für viele Menschen sei die Berufsunfähigkeit ohnehin kein Thema, mit dem sie sich gerne beschäftigen, ergänzt Thomas Lüer. Der Preis und die Risikoprüfung seien dabei hohe Hürden. “Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist zweifelsfrei die erste Wahl, wenn es um die Absicherung der Arbeitskraft geht, und das wird sie auch bleiben. Aber wir müssen auch den Kunden eine echte und bezahlbare Alternative bieten, die aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen keinen Zugang zum BU-Schutz haben. Für sie ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung die beste Lösung.”

Für den Wettbewerb in der BU-Versicherung hält Lüer die derzeitige Diskussion über das Leistungsverhalten für gesund. “Bisher ging es doch vorrangig um den Preis, die Gesundheitsprüfung, die Solvabilität und die Leistungs- und Prozessquote. Gegenüber den Kunden ist es aber immer besser zu reden, statt Briefe zu schreiben.” Gorr prognostiziert, dass es eine Offenlegungspflicht geben wird und auch eine Demaskierung der Siegel. “Schon jetzt gibt es im Hinblick auf die Ablehnung beantragter Leistung eine ungeheure Spreizung am Markt. Manche Versicherer verlieren gegen ihre Kunden 90 Prozent aller Gerichtsprozesse, andere keinen einzigen.” (vwh/dg)

Bild: Thomas Lüer ist zum 1. Oktober 2016 in die HDI Vertriebs AG eingetreten und leitet seit dem 1. Januar 2017 den Bereich “Regionaler Maklervertrieb”. (Quelle: HDI)

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