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“Digitale Vernetzung schafft erheblichen Mehrwert”

19.02.2018 – andre_maennicke_smartinsurtechNeue Ideen und neue Unternehmen stehen bekanntlich auch bei VWheute im Fokus der Berichterstattung. Aus diesem Anlass haben wir André Männicke, Geschäftsführer der Smart Insurtech GmbH, zu seinem neuen Versicherungsangebot in der digitalen Kreditvermittlung befragt. Das Ziel: Den Vertrieben durch die digitale Vernetzung einen Mehrwert zu schaffen.

VWheute: Im Juli haben Sie ihre digitale Kreditvermittlung nun auch um das Versicherungssegment erweitert. Erläutern Sie uns bitte die Gründe für diesen Schritt und Ihre Ziele.

André Männicke: Kaum eine Branche steht so sehr unter dem Druck der Digitalisierung wie die Versicherungsbranche. Zwar gibt es aus dem Markt heraus zahlreiche Initiativen, gemeine Schnittstellen zu schaffen und Prozesse und Datenflüssen zu automatisieren. Noch sind diese aber unzureichend.

Wir verfügen über langjährige Erfahrung hinsichtlich technologischer Herausforderungen und der Schaffung eines Marktplatzes. Das hat unsere Muttergesellschaft Hypoport AG mit der Entwicklung von Europace, der größten deutschen Transaktionsplattform für Immobilienfinanzierungen, gezeigt. Diese Expertise nutzen wir nun, um eine Branchenlösung für die Versicherungswirtschaft zu schaffen und so Versicherer und Vertriebe vom Digitalisierungsdruck zu entlasten.

VWheute: Sie sprechen davon, dass die Digitalplattform von Hypoport eine Komplettlösung für Beratung, Produktvergleich und Verwaltung bieten soll. Wie soll man sich dies vorstellen?

André Männicke: Unsere Plattform verbindet Prozesse und Datenflüsse zwischen den Marktteilnehmern hoch automatisiert. Um diesen Service vollumfänglich anzubieten, haben wir im vergangenen Jahr unter anderem die MVP-Anbieter IWM und Volz übernommen.

Die verschiedenen Funktionalitäten unserer Tochterunternehmen integrieren wir in unsere Plattform, die so alle benötigten Branchenfunktionen abdeckt. Die Kunden unserer Töchter können nun die modularen Software-Lösungen wie gewohnt weiter nutzen und profitieren gleichzeitig von den zusätzlichen Funktionalitäten der Plattform.

Die meisten Versicherungsunternehmen haben wir über die Schnittstelle BiPRO angebunden. Entsprechen die Prozesse auf Partnerseite dieser Norm nicht, haben wir weitere Servicetechnologien zur Datenverarbeitung entwickelt, die Informationen aus verschiedenen Eingangskanälen automatisiert verarbeiten. So verbinden wir über unser integriertes System Versicherer direkt mit den Vertriebsorganisationen.

Ist das Versicherungsunternehmen mit unserer Plattform verknüpft, liefern wir Vertrieben beispielsweise alle Dokumente, die früher über herkömmlichen Postversand verschickt wurden, vollautomatisiert und ohne Medienbruch. Vermittler warten somit nicht mehr auf die Bearbeitung und Zuordnung von postalischem Schriftverkehr. Sie greifen umgehend auf Kunden- und Geschäftsvorfall-Daten zu.

VWheute: Welchen Vorteil soll die neue Plattform den Vermittlern und Versicherungsunternehmen bieten und wo sehen Sie sich damit in den kommenden Jahren?

André Männicke: Vertriebsorganisationen können durch die Umstellung von selbstbetriebener IT mit lizenzbasierter Software auf eine vollständig webbasierte Lösung bis zu 50 Prozent ihrer IT- und Verwaltungskosten einsparen. Durch die Verknüpfung der Datenbestände aus Bestandsdaten in der Verwaltung sowie Beratungs- und Vergleichstools wird außerdem ein erheblicher Mehrwert in der Beratung generiert. Da unsere Plattform Vertriebsorganisationen Dokumente und Daten in Echtzeit zur Verfügung stellt, gewinnen Vermittler mehr Zeit für ihr Kerngeschäft: die Kundenberatung.

Auch aus Sicht der Versicherungsunternehmen bzw. Produktgeber schafft die digitale Vernetzung mit den Vertrieben einen erheblichen Mehrwert. Die Zahl der Schnittstellen sinkt, die Dunkelverarbeitungsquote steigt. Zudem können neue Produktentwicklungen, die in den bisherigen Bestandssystemen nur mit hohem Arbeits- und Zeitaufwand umsetzbar sind, über die Plattform wesentlich schneller am Markt platziert werden.

Unser Angebot stößt auf großes Interesse. Dies nehmen wir aus zahlreichen Gespräche mit Versicherungsunternehmen und -vertrieben mit. Unser Ziel ist es, in den nächsten zehn Jahren einen Marktanteil von zehn Prozent vom verwalteten Prämienvolumen in Deutschland zu erreichen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Bild: André Männicke ist Geschäftsführer der Smart Insurtech GmbH. (Quelle: Smart Insurtech)

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