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Debeka: Hackquarter ist “mehr eine logische Konsequenz”

17.11.2017 – uwe_laue_pkvSogenannte Hackathons erfreuen sich in der Versicherungsbranche wachsender Beliebtheit. Heute startet die Debeka mit dem zweiten Hackquarter 2.0 rund um das Thema “Digitalisierung der Versicherungsbranche”. VWheute sprach exklusiv mit Vorstandschef Uwe Laue über die Zielsetzungen und über die Frage, ob entsprechende Events mittlerweile zum “guten Ton” gehören.

VWheute: Was verspricht sich die Debeka vom #hackquarter, wieviel Teilnehmer erwarten sie und warum ist das Thema mit “Digitalisierung der Versicherungsbranche” so weit gefasst?

Uwe Laue: Die Debeka ist in der Vergangenheit als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit durch die Öffentlichkeit als tendenziell konservativeres Unternehmen wahrgenommen worden. Konservative Grundprinzipien, die die Interessen der Mitglieder wahren sollen, stehen für uns jedoch nicht im Gegensatz zu einer das Unternehmen weiterentwickelnden Denkweise. Trotzdem ist es wichtig, aus bisherigen Denkmustern auszubrechen und sich neuen Ideen ohne Begrenzung zu öffnen.

Diese Prämisse soll sich auch im Debeka-Hackquarter wiederfinden, weshalb wir das Thema bewusst weit gefasst haben, um den Ideen der Teilnehmer keine Grenzen zu setzen. Dadurch erhoffen wir uns wertvolle Ergänzungen zu unseren eigenen Prinzipien. Um eine möglichst familiäre Stimmung sowie eine enge Betreuung der Teams durch unsere bunt gemischte Mentoren-Mannschaft zu gewährleisten, haben wir uns trotz der hohen Menge an Anmeldungen für eine Zahl von 40 Teilnehmern entschieden.

VWheute: Was steht für die Debeka im Vordergrund, das Sichten von IT-Talenten, die Inspiration durch frische Ideen oder das Präsentieren der Debeka als Arbeitgeber von IT-Talenten?

Uwe Laue: Die möglichen Ziele eines solchen Hackathons können – wie Ihre Frage es bereits suggeriert – sehr vielfältig sein. Für die Debeka steht vor allem die Inspiration durch frische Ideen und die daraus resultierende Förderung einer richtungsweisenden und wertschöpfenden Innovationskultur im Vordergrund. Dass wir uns durch das Hackquarter gleichzeitig als interessanter Arbeitgeber präsentieren oder dadurch vielleicht sogar das ein oder andere IT-Talent gewinnen, ist ein positiver Nebeneffekt für uns.

VWheute: Ein Versicherer hat den Hackern Zugriff auf ihre Versicherungsplattform und API-Schnittstellen gewährt. Plant die Debeka etwas Ähnliches und warum/warum nicht?

Uwe Laue: Einen Zugriff in dieser Form haben wir für unser Hackquarter 2.0 nicht geplant, auch um die Ideen der Teilnehmer nicht durch unternehmensinterne technische Barrieren an den API-Schnittstellen einzuengen. Den Teilnehmern werden jedoch während der Veranstaltung die notwendigen Einblicke durch Mentoren aus der Debeka-IT gewährt.

VWheute: Mittlerweile gehören Hackathons ja zum guten Ton unter Versicherern. Ist das dem Digitalisierungsdruck geschuldet oder will man sich selbst als fortschrittlich präsentieren?

Uwe Laue: Die Debeka hat im November 2016 deutschlandweit den ersten Hackathon einer Versicherung veranstaltet. Aufgrund des Erfolgs und der positiven Rückmeldungen nach der ersten Durchführung war es für uns schon letztes Jahr selbstverständlich, die Erfolgsgeschichte des Hackquarters fortzuschreiben. Es gehört für uns also weniger “zum guten Ton”, sondern ist mehr eine logische Konsequenz aus unseren bisherigen Erfahrungen.

Klar ist: Alle Branchen – nicht nur die Versicherungswirtschaft – müssen sich mit den vielfältigen Herausforderungen der voranschreitenden Digitalisierung sowie mit den sich gleichzeitig verändernden Kundenbedürfnissen beschäftigen. Wir sehen uns hier im Branchenvergleich auf einem sehr guten Weg.

Dass uns auch Außenstehende dadurch als fortschrittliches Unternehmen wahrnehmen, freut uns natürlich, ist jedoch nicht zentraler Beweggrund für unsere Veranstaltung. Das Ziel darf es nicht sein, sich lediglich als innovationsorientiertes Unternehmen zu präsentieren, sondern ein solches zu sein.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

Bild: Uwe Laue (Quelle: PKV)

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