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BVI-Chef: “Der Verzicht auf Garantien ist revolutionär”

31.05.2017 – Thomas Richter  BVI - dgFür den deutschen Fondsverband BVI ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz ein “Meilenstein” und sogar “das seit langem Beste, was die Politik zum Thema Rente vorgelegt hat”, sagt Verbandschef Thomas Richter. Der GDV kritisiert dagegen, dass das Gesetzgebungsverfahren nicht dafür genutzt wurde, die Riester-Rente als wichtige dritte Säule der Alterssicherung noch umfassender zu stärken. Das ist für GDV-Präsident Alexander Erdland “bedauerlich”.

Der Gesetzesentwurf zum Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) wird am Donnerstag verabschiedet. Wie bereits lange angekündigt, sollen die Arbeitgeber mit dem BRSG “enthaftet” werden. Sie müssen nicht mehr Höhe und Auszahlung der neuen Betriebsrenten garantieren. Stattdessen gibt es eine neue weniger verbindliche “Zielrente”, berichtete VWheute.

“Der Verzicht auf Garantien ist revolutionär. Er sorgt für zusätzlichen Wettbewerb in der bAV und ist damit letztlich auch im Interesse der Arbeitgeber und Arbeitnehmer”, erklärt BVI-Chef Thomas Richter. Der Fondsverband ist ein großer Profiteur der Reform. Denn durch die Enthaftung wird es mehr Freiheit bei der Anlage des Kapitals geben – und damit die Chance auf höhere Renditen. “Die bAV braucht renditestärkere Anlagen, damit sie ihrem sozialpolitischen Auftrag zur Sicherung der finanziellen Basis für das Alter gerecht werden kann”, sagt Richter. Von den 2,9 Bil. Euro, die die Fondsbranche in Deutschland verwaltet, dienen rund eine Bil. Euro der Altersvorsorge, davon über 330 Mrd. Euro der betrieblichen. Bei der Riester-Rente entfallen 3,2 Millionen der insgesamt 16,5 Millionen Verträge auf reine Fondssparpläne. Die Fondsgesellschaften verwalteten darin Ende 2016 ein Vermögen von 24 Mrd. Euro.

Arbeitgeber werden von der Haftung aber nur befreit, wenn sie die neue Form der Betriebsrente auf der Grundlage von Tarifverträgen anbieten. Dieses Sozialpartnermodell soll dazu beitragen, dass sich wieder mehr Unternehmen tariflich binden. Die Firmen müssen sich dann auch an den Einzahlungen für die spätere Betriebsrente beteiligen. “Ob das im Gesetz vorgesehene Sozialpartnermodell insgesamt das Ziel erreicht, mehr Arbeitnehmer in die betriebliche Altersversorgung zu bringen, wird die Praxis zeigen. Gerade bei vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen besteht erheblicher Nachholbedarf. Doch diese unterliegen häufig keinem Tarifvertrag und müssten sich den neuen Sozialpartnermodellen zukünftig freiwillig anschließen”, betont GDV-Präsident Alexander Erdland. “Zugleich ist trotz einiger Erleichterungen durch das überarbeitete Gesetz noch nicht klar, ob und wie Tarifvertragsparteien die neuen Versorgungswerke auch für nicht-tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer öffnen werden.” (vwh/dg)

Bild: Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI (Quelle: dg)

 

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