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“Berater sind nicht im Unternehmertum angekommen”

03.03.2017 – Alois Gmeiner_Alois Gmeiner_WerbetherapeutDie Branche wird für Versicherungsvermittler schwieriger. Insurtechs und Vergleichsportale ersetzen oftmals die Dienste des Beraters – gleichzeitig steigen die beruflichen Anforderungen. Was kann ein Vermittler mit geringem Zeit- und Geldbudget tun, um sich mehr Kunden zu sichern? VWheute hat mit dem Werbefachmann und Buchautor Alois Gmeiner gesprochen und konkrete Antworten erhalten.

VWheute: Herr Gmeiner, die Zahlen geben ihnen recht: Die Zahlen der Versicherungsvermittler sinken. Ist das Allheilmittel wirklich ein auffälliges Marketing – wie sie als Werbefachmann behaupten?

Alois Gmeiner: Ganz klar – wer auffällt, ist als erster beim Kunden und macht auch als erster das Geschäft. Fakt ist, Finanzberater sind noch immer nicht im Unternehmertum angekommen! Sie agieren immer noch als verlängerte Hand eines Konzerns. Und genauso agieren sie auch. Als Angestellte! Die meisten haben keine eigene Homepage, sie agieren nur mit den Prospekten und Visitenkarten, die Ihnen von einem Mutterkonzern zur Verfügung gestellt werden. Man will ja sparen! Quatsch – das ist tödlich für alle selbständigen Berater.

Mein Appell: verdammt noch mal, raus aus der Komfortzone. Denn es gibt sowieso keine! Nur jene, die massiv in zielgerichtetes Marketing investieren und vor allem auch eigene Wege mit neuen Ideen gehen, werden echte Überflieger und Umsatzkaiser. Gerade hatte ich eine selbständige Vermögensberaterin bei einem Coaching bei mir. Sie wollte eine eigenständige Idee, die zu ihr passt. Also haben wir Brainstorming gemacht. Die Dame ist Mutter und daraus haben wir dann eine Idee entwickelt. Sie bietet jetzt ganz gezielt Vermögensaufbau für Kinder an. Sehr authentisch. Und gerade in die Kids wird ja auch viel Geld investiert von Oma, Onkel und Tanten. Jetzt gilt es diese coole Idee und den U.S.P. (Alleinstellungsmerkmal) mit Low-Budget-Werbung bekannt zu machen!

VWheute: In meiner Straße sind alleine drei Versicherungsvermittler beheimatet. Was kann der Einzelne wirklich tun – sagen wir mit einem Budget von 200 Euro im Monat, Stichwort: Zielgruppenwerbung.

Alois Gmeiner: Da gibt es heute drei Dinge, die von extremer Relevanz sind: 1. eine eigene Homepage, um meine potentiellen Kunden zu informieren. Die kann man heute auch für ein paar hundert Euro oder sogar gratis erstellen. 2. Google-Anzeigen, um diese Homepage zu bewerben und ganz lokal auf mich und meine Dienste aufmerksam zu machen und 3. die eigenen bestehenden Kontakte, die man besser und effektiver für Direkt-Marketing nutzen muss – auf Teufel komm raus!

VWheute: Kann ein Vermittler aus der Sicht eines Werbefachmanns ohne eine moderne Online- und Social-Media-Strategie überleben? Wie kann die aussehen – ein Vermittler hat ja nur begrenzt Zeit zur Verfügung.

Alois Gmeiner: Social Media verlangt Zuwendung. Man sollte zumindest drei bis zehn Mal pro Woche etwas posten. Je mehr, desto besser. Und bitte nur auf Plattformen, auf denen man sich auskennt und auch selbst aktiv ist. Aber niemals den Fehler machen, nur Angebote und Produkte zu posten – das bringt auf Facebook nichts. FB bedeutet vor allem Unterhaltung und Persönliches. Also kleine Videos verlinken, die das Problem aufzeigt, das man als Berater löst. Und bei jedem Kunden um “Likes” fragen, um die eigene Community zu erweitern, denn nur durch Masse hat man die Chance auf FB auch bemerkt zu werden. (vwh)

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

Bild: Alois Gmeiner der Werbetherapeut (Quelle: privat)

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