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Barbara Schick lehnt Pflichtversicherung ab

26.09.2017 – barbara_schick_vkbDas Thema Klimaveränderung und Naturkatastrophen beschäftigt wie alle Versicherer auch die Versicherungskammer Bayern (VKB), den größten öffentlich-rechtlichen Versicherer in Deutschland. Vorstand Barbara Schick hat dazu eine klare Meinung: “Während ein deutschlandweit tätiger Versicherer quasi von jeder Naturkatastrophe betroffen ist, bleibt ein regionaler Versicherer gelegentlich verschont.”

Er könne aber im Gegenzug nur einen geringeren Ausgleich in der Fläche realisieren. Dies betreffe im Wesentlichen regional begrenzte Ereignisse wie Überschwemmungen und Hagelereignisse. Hier musste die Versicherungskammer 2016 Naturkatastrophen – mit den größten Schäden in Simbach – in Millionenhöhe verkraften.

2017 hätten die Tiefdruckgebiete Paul und Rasmund mit heftigen Unwettern bei den Tochtergesellschaften in Saarbrücken und in Berlin deutlich zu Buche geschlagen. Bei einem öffentlich-rechtlichen Versicherer besteht oftmals die Vermutung, dass die Politik beim Thema Naturkatastrophen und deren Versicherungsschutz mitreden will. Schick sieht das differenziert und spricht “von einem engen und stets konstruktiven Austausch mit den politischen Vertretern und den Ministerien”.

Angesichts der deutlich zunehmenden Extremwetterereignisse sei die Absicherung sogenannter Elementarrisiken, etwa durch Hochwasser oder Starkregen, seit mehreren Jahren Thema in der Politik wie auch in der gesamten Versicherungswirtschaft.

Keine staatlichen Hilfen

Als konsequent wertet Schick die Ende März 2017 erfolgte Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, ab dem 1. Juli 2019 Unwetter-Geschädigten keine staatlichen Soforthilfen mehr zu gewähren, sofern deren Gebäude versicherbar gewesen wären. Zugleich hätten das Bayerische Finanz- und das Bayerische Wirtschaftsministerium, die kommunalen Spitzenverbände, die Kammern der gewerblichen Wirtschaft, die Verbände der privaten Wohnungseigentümer sowie der Kredit- und Versicherungswirtschaft eine Vereinbarung ausgearbeitet, um die Versicherungsdichte in Bayern signifikant zu erhöhen.

“Wir begrüßen diese Initiative, weil damit jeder Haus- und Grundbesitzer erneut sensibilisiert wird, seinen individuellen Versicherungsschutz entsprechend anzupassen.” Sie sei strikt gegen eine Pflichtversicherung und für mehr Eigenverantwortung, da es am deutschen Markt weder ein Marktversagen noch ein Angebotsproblem gebe. Auch würde nur ein unnötiges bürokratisches Konstrukt entstehen. (wo)

Lesen Sie mehr zum Thema in der Oktober-Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bild: Barbara Schick (Quelle: VKB)

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