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Allianz-Chef Bäte hält Bürgerversicherung für “DDR 2.0″

17.01.2018 – Baete - quelle Allianz SEDass die Bürgerversicherung in der Branche nicht gerade auf Gegenliebe stößt, ist bekannt. Nun meldete sich Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte zu Wort und ging mit den SPD-Plänen für eine Einheitsversicherung scharf ins Gericht. “Wir brauchen Vielfalt in diesem Land und keine DDR 2.0″, betonte er beim Wirtschaftsgipfel der Rheinischen Post in Düsseldorf.

“Wir können uns nicht dauerhaft von Leuten, die zu wenig vom Fach verstehen, sagen lassen, was wir haben dürfen”, ergänzte Bäte vor rund 100 Lesern der Düsseldorfer Zeitung. Vielmehr seien eine hochwertige medizinische Versorgung und der Zugang zu solchen Leistungen zu einem angemessenen Preis für die Funktionsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems verantwortlich. Dabei würden die Versicherer mehr die Rolle eines Navigators im Gesundheitssystem übernehmen, statt als Krankenversicherer “nur” Schäden zu regulieren.

Allianz-Chef sorgt sich wegen Amazon

Gleichzeitig äußerte sich der Allianz-Vorstandschef mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung in der Branche besorgt über die Aktivitäten des Internetriesen Amazon. “Ich mache mir sehr große Sorgen wegen Amazon und anderen große Digitalunternehmen, weil sie sich nicht an geltende Gesetze halten”, konstatiert Bäte. So gehe es bei der Digitalisierung auch um die ethische Frage, welche Geschäftsmodelle auch nachhaltig seien. “Es werden viele Sachen im Internet gemacht. Wenn wir das in der Offline-Welt machen würden, säßen wir alle im Gefängnis”, konstatierte der Allianz-Chef auch mit Blick auf den Datenschutz.

Zwar rechnet Bäte nicht damit, dass die großen US-Konzerne zukünftig immer stärker im Geschäft mit Auto-, Lebens- oder Rentenversicherungen mitmischen werden. “Google verdient so viel Geld mit Werbung, dass die paar Euro, die sie mit der Vermittlung einer Versicherung verdienen könnten, in keinem Verhältnis stehen zu den Haftungsrisiken, die das Unternehmen dafür übernehmen muss”, so Bäte.

Dennoch müssten sich auch deutsche Konzerne und Politik Gedanken darüber machen, wie man mit der neuen Konkurrenz umgehe. “Natürlich brauchen wir erheblich mehr Innovationen. Aber wir brauchen auch eine Standortstrategie für Deutschland und Europa, sonst werden uns irgendwann die Amerikaner oder noch eher die Chinesen beherrschen”, fordert der Allianz-Chef. Mit Blick auf die eigene Branche geht Bäte davon aus, dass es die Versicherungsvertreter auch in Zukunft geben werde: “Es wird nur eine ganz kleine Kundengruppe geben, die komplett auf persönliche Beratung verzichten will und alles digital macht”. Mit Blick auf Sprachassistenten wie Alexa oder Siri machte Bäte klar: “Die Chancen für persönliche Beratung sind nie größer gewesen.”

Allerdings werde die Digitalisierung nicht ohne Folgen für die Mitarbeiter bleiben. “Viele Jobs, die überwiegend aus repeütiven Tätigkeiten bestehen, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Wir wissen aber, dass wir bis 2021 knapp 50 Prozent der Mitarbeiter um- und weiterbilden müssen, speziell in digitale Fertigkeiten”, betont Bäte. Wie viele Mitarbeiter allerdings zukünftig nicht mehr gebraucht werden, wollte Bäte hingegen nicht sagen. (vwh/td)

Bild: Oliver Bäte (Quelle: Allianz)

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