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Worauf es am Wendepunkt ankommt

16.04.2014 – bert-ruerup-150Worauf kommt es jetzt an? “Deutschland steht an einem Wendepunkt”, erklärt der ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup. “Denn die Anzahl der Beschäftigten und das Arbeitsvolumen werden bald von Jahr zu Jahr zurückgehen.” Dass die demografische Entwicklung die große Gefahr des Fachkräftemangels berge, erklärte er indes schon vor zwei Jahren:

“Um die positiven Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt zu verstärken, die Ausweitung des Niedriglohnsektors einzudämmen und das Arbeitskräftepotenzial besser auszuschöpfen, bedarf es weiterer Reformen. Wir schlagen fünf Schritte vor. Fehlentwicklungen auf dem Niedriglohnsektor korrigieren wollen wir durch: Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes, verbesserte Anreize für Empfänger von Arbeitslosengeld II, Geld dazu zu verdienen und die Abschaffung der Förderung von Minijobs im Nebenverdienst.” Der Titel seiner Expertise damals lautete: “Arbeitsmarktreformen: Was jetzt noch zu tun bleibt.”  Das Arbeitskräftepotenzial besser ausschöpfen wolle man zudem durch: Die Beseitigung von Fehlanreizen durch das Ehegattensplitting, mehr individuelle Förderung in den Schulen und in einem neuen verpflichtenden Vorschuljahr.

Gestern galt der Blick des Experten bei der Präsentation der Studie für den GDV zur Zukunft der Altersvorsorge in Berlin dem aktuellen Rentenpaket der großen Koalition. Dies missachte die aus der demografischen Entwicklung resultierenden Herausforderungen. Rürup: “Eine im Trend ansteigende Rentenbezugsdauer für eine wachsende Anzahl von Rentnern lässt sich bei einer rückläufigen Erwerbstätigenzahl nur mit einem schrittweisen Anheben der Lebensarbeitszeit finanzieren – es sei denn, man ist bereit, Wachstumseinbußen und deutliche Beitragssatzanhebungen hinzunehmen.“ Eins scheint klar: Die Umlagefinanzierung allein sorgt nicht für Sicherheit im Alter (siehe DOSSIER). (ku/vwh)

Siehe POLITICS: GDV-Studie: Ausbau des Drei-Säulen-Systems notwendig

Foto: Bert Rürup, Leiter des Handelsblatt Research Instituts, sieht Deutschland am Wendepunkt. (Quelle: GDV)

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