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Wohngebäudeversicherung hagelt ins Dilemma

31.10.2013 – SturmschadenDas Sturmtief „Christian” ist am Montag mit ungeheuren Windgeschwindigkeiten über den Norden Deutschlands gefegt. In Helgoland wurden 191 Kilometer pro Stunde und auf dem Brocken im Harz 162 Kilometer pro Stunde gemessen. Es war der heftigste Orkan seit 14 Jahren. Die seit Jahren weithin defizitäre Wohngebäudeversicherung wird durch die steigende Anzahl von Unwetterschäden belastet. Tarifsanierungen scheinen unausweichlich.

Hausbesitzer müssen mit Preisanhebungen von acht bis zehn Prozent rechnen, schätzt Michael Pickel von der Hannover Rück. Schäden durch Naturkatastrophen sind nämlich allein von Januar bis September im Vergleich zum Durchschnitt der letzten zehn Jahre um ein Drittel gestiegen.

Das bringt die Versicherer in ein Dilemma. „Nur 35 Prozent der Kunden haben eine individuelle Anpassungsklausel in ihrer Wohngebäudepolice vereinbart”, schätzt Pickel. Höhere Schäden können die Versicherer daher bei den meisten Kunden nicht so einfach durch höhere Prämien weiterreichen. Sie müssen den Kunden kündigen.

Nach Schätzung der Huk-Coburg steigen die Prämien 2014 aufgrund der gleitenden Neuwertklausel lediglich um 2,3 Prozent. Das reicht auf keinen Fall aus, um die deutlich höheren Belastungen durch Elementarschäden zu decken.  Einzelne Versicherer sanieren ihren Bestand längst systematisch. Die Allianz stellt in Ostdeutschland bei rund 15.000 Hausbesitzern, die besonders überschwemmungsgefährdet sind und noch Altpolicen aus der DDR haben, die Verträge auf Selbstbeteiligungen von bis zu 3.000 Euro um. Die Ergo-Versicherung erhöht seit Mitte des Jahres für rund 120.000 Kunden die Prämien im Schnitt um 14 Prozent. In Einzelfällen soll die Prämie aber sogar verdoppelt werden. Auch der Konzeptanbieter Domcura hat eine Sanierung eingeläutet, die im Schnitt zehn Prozent höhere Prämien mit sich bringt. Eine auskömmliche Sanierung der Branche bleibt trotzdem sehr schwierig, denn keine Assekuranz möchte finanzstarke Immobilienkunden verlieren. (usk)

Siehe DABEI, MÄRKTE und DOSSIER

Foto: Schäden am Haus können fatale Folgen haben. (Quelle: vvw)

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