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Wohin rollt der Rubel?

18.12.2014 – Allianz_RU_remVon VWheute-Korrespondent Reinhold Müller.

Großflächige Werbung der Allianz für Kfz-Kasko-Versicherungen wie noch zu Jahresbeginn 2013 gibt es im Moskauer Straßenbild inzwischen nicht mehr. Und es wird sie – zumindest auf absehbare Zeit – wohl auch nicht wieder geben.

Nicht etwa die Ukraine-Krise, sondern die katastrophale Schaden-Kosten-Quote in der Kfz-Versicherung nennt die Allianz SE als Grund.

Ähnlich nüchterne Abwägungen scheinen derzeit, wenn es um Russland geht, allerdings eher nicht mehr die Regel. Schon gar nicht, wenn es um eine längerfristige Sicht geht. Im längst voll ausgebrochenen Propaganda-und Wirtschaftskrieg spielen Fakten auch im ökonomischen Bereich inzwischen offensichtlich kaum mehr eine große Rolle.

Einen sachlichen Ansatz indes verfolgt DIW-Chef Marcel Fratzscher im exklusiven Interview mit VWheute. Im Bereicht des möglichen für ihn: der Kollaps der russischen Wirtschaft (siehe POLITICS).

Die Idee, wie Staatschef Wladimir Putin in einem Interview einst beiläufig formulierte, „so bequem“, schlicht Rohstoffe aus der Erde zu holen, unverarbeitet zu liefern und mit den Erlösen Urlaub in Österreich, der Schweiz und auf Mallorca zu machen, in Baden-Baden Immobilien, am Bodensee und in Polen Äpfel und in Großbritannien ganze Fußballclubs zu kaufen.
Die Folgen einer derartigen Wirtschaftspolitik – marode Industrie und Infrastruktur – und die Preisexplosion im Supermarkt dürften mittlerweile auch im Kreml deutlich geworden sein. Trotz aller Mentalitätsdebatten und undurchsichtiger Strukturen dürfte hier aber doch Reformpotential erkannt werden.

Kurzfristig können wegen der Rubelkursentwicklung (siehe MÄRKTE) bei der russischen Zentralbank und auch in der Regierung wieder Köpfe rollen, wie in den Medien spekuliert wird. Der Rubel an sich wird – wie üblich in Russland – weiter rollen. Krisenerfahren genug ist er ja. Das letzte Aus drohte dem Rubel erst 1998. Und übrigens: Die Währungen andere Länder von Südamerika über Großbritannien bis in den Fernen Osten haben in vergangenen Jahrzehnten durchaus ähnliches erlebt – und das alleine aufgrund von Attacken durch Währungsspekulanten.
Gut möglich deshalb, dass genau die auch jetzt wieder kräftig abkassieren werden – mit dem vollen politischen Segen des Westens.

Europas von der Niedrigzinspolitik der EZB schwer gepeinigte Lebensversicherer und deren Kunden hingegen werden leer ausgehen. Staatsanleihen mit hoch zweistelligen Zinssätzen, wie es sie zudem zu extrem günstigem Rubelkurs derzeit in Russland gibt, werden in ihren Beständen kaum landen. Und das nicht nur wegen des ökonomischen Risikos.

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