Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

White money und fiskalische Transparenz im Großherzogtum

09.12.2013 – flagge-luxemburgIn seiner Eröffnungsrede anlässlich des 15.Versicherungstages des luxemburgischen Versicherungsverbands ACA unterstrich der seit 1980 amtierende Leiter der Aufsichtsbehörde Victor Rod die Internationalität der lokalen Assekuranz. 90 Prozent der Lebensprämie und 60 Prozent Nicht-Leben, des weiteren fast 100 Prozent der Rückversicherungsprämie kämen aus dem Ausland. Luxemburg sei der große Gewinner unter dem System der EU Dienstleistungsfreiheit gewesen. Umgekehrt sei es kaum zu zusätzlicher Konkurrenz ausländischer Versicherer auf dem nationalen Markt gekommen. Nun gelte es sich Herausforderungen wie Solvency II und steuerliche Transparenz bei den Versicherungsnehmern zu stellen.

Bereits seit einiger Zeit existiere eine freiwillige Charta, wonach Lebensversicherer nur versteuerte Gelder annehmen. „Hinsichtlich noch nicht gemäß der Charta verfahrende Gesellschaften ziehen wir den Erlass einer entsprechenden aufsichtsrechtlichen Weisung in Erwägung. Problem sind dabei allerdings die Altfälle, man kann nicht einfach die Policen kündigen. Ab 1.1.2015 gilt dann ohnehin ein genereller fiskalischer Informationsaustausch innerhalb der EU, wohl auch die Assekuranz betreffend.“ Der Informationsaustausch werde jedoch nichts an der Attraktivität Luxemburgs für eine internationale Klientel ändern. Auch in Luxemburg ansässige Captives (Anzahl mittlerweile auf 230 geschrumpft) genössen dank der Schwankungsrückstellung lediglich eine zeitliche Verschiebung hinsichtlich ihrer lokalen Steuerlast, seien daher auch nicht aus dem Anwendungsbereich der luxembourgischen DBAs ausgeschlossen.

Als größte Herausforderung der Assekuranz sieht Rod die übergroße und nicht immer das Prinzip der Proportionalität einhaltende Regulierungswelle nationaler und EU-Provenienz an, an zweiter Stelle stehe die unzureichende Investmentrendite. Zunehmend Sorgen bereiteten Versicherern aber auch die vermehrten Beschwerden von Versicherungsnehmern, was Vertragsbedingungen sowie das Verhalten von Agenten (mis-sellig) betrifft. Zunehmend würden hiermit die Versicherer beschäftigt, es komme zu gerichtlichen Grundsatzentscheidungen, die dann auch für das gesamte Portefeuille gälten.

Rod geht davon aus, dass die luxemburgische Assekuranz sich dank ihrer Innovationsfreudigkeit angesichts der vielen  Herausforderungen – Rod spricht von „Bananenschalen“ – wacker schlagen wird. (cpt)

Bild: Die Farben Luxembourgs ähneln der aus den Niederlanden (Quelle: vvw)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten