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Wer sich in die Politik begibt, kommt darin um

03.07.2014 – Baltzer_150Von Christoph Baltzer.

Die Offenlegung der konkreten Provision ist nun plötzlich wieder vom Tisch. Durch die Regelung wäre die tatsächliche Produktqualität verzerrt dargestellt worden. Das haben jetzt auch CDU und SPD erkannt.

Vermittler sind die eigentlich Leidtragenden der Deregulierung. Seit 1994 ist die Gestaltung von Versicherungs-Produkten weitgehend freigegeben. Versicherung sollte dadurch billiger werden. Tatsächlich arbeiten Lebens- und Krankenversicherer jetzt sehr viel effektiver als vor zwanzig Jahren. Das gilt auch für die Vermittler. Durchschnittlich 32,6 Promille gaben Lebensversicherer 1996 für das Neugeschäft aus, kann man in Bafin-Statistiken nachlesen. 2012 waren es nur noch 29,4 Promille, Tendenz sinkend. Nicht viel anders sieht es in der Krankenversicherung aus.

Dass nun ausgerechnet dort eingegriffen wird, mutet absurd an. Zuletzt schloss sich sogar Verdi den Protesten gegen die ursprünglich geplante Provisionsoffenlegung an. Die Regelung war rein handwerklich schlecht gemacht.

„Wirtschaftsunternehmen bieten bezahlte Dienstleistungen an und kalkulieren dabei souverän ihre Preise“, sagt FH-Professor Matthias Beenken im Interview (siehe DOSSIER). Ein hehres, aber unzeitgemäßes Ideal. Das freiheitliche Prinzip ist in Verruf geraten, vor allem im Wirtschaftsleben. Für die Lebensversicherer bleibt die Erkenntnis, dass keine steuerliche Förderung, kein Privileg ohne Gegenforderung gegeben wird. Am besten fährt, wer da versichert, wo es keine staatliche Einmischung gibt. Da regiert der Markt. Doch das kann man beherrschen, ohne beherrscht zu werden. (ba)

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