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Wer schützt eigentlich Verbraucher vor Verbraucherschützern?

16.06.2015 – cover_value_03Von Christoph Baltzer.

Wirtschaftsethik ist zu einem Modethema geworden. Versicherer schwören ihren Treueeid der Compliance, Vermittler werden zu ehrbaren Kaufleuten. Alles nur ein Marketing-Gag? Das Thema der neu erschienenen Ausgabe von Value ist Ehrlichkeit.

Selbstverständlich geht ein “bedarfsorientiertes Ökosystem weit über den reinen Verkauf von Versicherungspolicen hinaus”, sagt Axa-Chefstratege Nils Reich im exklusiven positionellen Interview mit VWheute (siehe DOSSIER). Auch er sieht im kundenzentrierten Marktmanagement eine der zentralen Herausforderungen für die Branche auf kultureller Ebene.

Nach der großen Ära der Privatisierung stecken wir in der Ära der Reregulierung und die Versicherer mitten drin. Ja, wir machen das weiter privat, aber mit schärferen Regeln, lautet die Devise der Wirtschaftspolitiker. Das Problem: Jedes neue Gesetz eröffnet zehn neue Wege, dies missbräuchlich zu umgehen. Technikfolgeabschätzung ist zu einer eigenen wissenschaftlichen Disziplin geworden, Gesetzesfolgenabschätzung muss erst noch erfunden werden. Erich Kästner hat es auf den Punkt gebracht: Die Konsequenz liegt im alltäglichen Handeln. Vermittler wissen das (siehe VERTRIEB).

Im verkäuferischen Alltags-Geschäft leidet kaum einer unter dem schlechten Image der Branche. Genau darin liegt das Potenzial der Initiative Ehrbarer Versicherungskaufmann. Will sie zu einer wirksamen Waffe im Bemühen um ein besseres Branchenimage werden, braucht sie mehr Köpfe, mehr Öffentlichkeit und mehr Schärfe. Immer wieder kommt es vor, dass Vermittler als Verbraucherschützer auftreten. Umgekehrt agieren Verbraucherschützer als Berater.

Doch ausgerechnet die Verbraucherzentralen setzen sich über das Vermittlergesetz hinweg. Kaum einer der Berater der Verbraucherzentralen ist registriert, kaum einer verfügt über eine Haftpflichtversicherung. Warum eigentlich? Value zeigt in seiner neuen Ausgabe, dass auch Verbraucherschützer vor Fehlern nicht gefeit sind. Irren ist menschlich.

Am Mittwoch treffen sich die privaten Krankenversicherer zu ihrer Jahrestagung in Berlin. Nach den politischen Gefechten der vergangenen Jahre sind sie in ruhigeres Fahrwasser geraten. Doch die Ruhe trügt über die wahren Herausforderungen des demografischen Wandels hinweg. PKV-Spezialisten von Assekurata glauben, dass eine neue Periode mit kräftigen Beitragsanpassungen bevorsteht. Im Verband arbeitet man bereits an neuen Lösungen. (ba)

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