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Aschermittwoch: Trübes Minsk, hartes Athen, koalitionsmildes Passau

18.02.2015 – mertesVon Chefredakteur Heinz Klaus Mertes.

Das ist ein Aschermittwoch, wie man ihn kaum je sah. Ultimative Brennpunkte: Das Minsk-Papier wird von den Separatisten durch fortwährendes Durchbrechen der vereinbarten Waffenruhe durchlöchert; die Folgesteps des Abkommens bewegen sich damit auf schwankendem Boden. Die Ausrufung des Kriegsrechts durch die Ukrainische Regierung scheint möglich, berichten gestern Abend die ARD-Korrespondenten. Allmählich sengt dieser Dauerbrand auch die Wirtschaftsstimmung an.

Weniger beeindruckt scheinen am Finanzmarkt bislang die Reaktionen auf das harte Pokern der griechischen Regierung im Schuldenstreit. Inzwischen sollte man vielleicht für deren obsessive Realitätsverweigerung die hellenische Sagenwelt zu Rate ziehen – etwa den Mythos vom Durchhauen des Gordischen Knotens tatsächlicher oder scheinbar unlösbarer Verwicklungen. Nur Alexander der Große war ein anderes Format als die Regierung der offenen Hemden und leeren Taschen. Und außerdem folgte dem Handstreich 333 bekanntlich eine große Keilerei. Ob das nach einem Grexit auch so sei, ist heute und die kommenden Tage Gegenstand zahlreicher Szenarien (SCHLAGZEILEN). Die seismografische Erschütterung des Glaubens an die Stabilität des Euroraums dürften schwerer wiegen als monetäre Folgen.

Cartoon von Versicherungswirtschafts-Karikaturist Dieter Hanitzsch zur Lage Griechenlands:

Griechenland_cartoon

Vor diesen Brennpunkten verliert der Politzirkus der Aschermittwochsreden ihren früheren Zunder. Die Große Koalition regiert in übergreifend staatstragender Tonalität – ob die CSU in Passau oder die SPD in Vilshofen. Für die Wirtschaft und speziell die Versicherer bemerkenswert: SPD-Chef Gabriel verstärkt nach dem Wahlsieg von Wachstumsrealos Olaf Scholz den Kurs in Richtung Mitte. Wie kein anderer plädiert er zum Beispiel für den in seiner Partei weithin vergifteten Kurs der Wirtschaftsfreundlichkeit. Davon profitieren auch die Versicherer. Keiner umgarnt deren Investorenkraft im Hinblick auf die Verbesserung der Infrastruktur so wie Gabriel. Sollte man anerkennen und nutzen. Denn es gibt ja auch noch Nahles. (siehe POLITICS und KÖPFE).

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