Versicherungswirtschaft-heute

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Wenn das Totenglöcklein gebimmelt wird

24.06.2014 – mertes_heinz_klausKommentar von Heinz Klaus Mertes.

Das Lebensversicherungs-Reformgesetz beginnt heute seine parlamentarischen Runden zu drehen. Eigentlich ist alles gesagt in der Fakten- und Meinungsschlacht seit fast 18 Monaten über die mangelnde Proportionalität  in der Anrechnung der Bewertungsreserven. Heute wird die Beantwortung der 46-Punkte-Anfrage der Fraktion Die Linke durch das  Bundesfinanzministerium deshalb Routine verraten. Gleichwohl:  Ein für die Versicherungswirtschaft schicksalhaftes Gesetz?

Das Gesetzesprojekt unter des Bundesfinanzministers ausgefuchster  Partitur wird die parlamentarischen Hürden nehmen, wenn auch mit schmerzlichen Nebenwirkungen, die – so hört man – der Leichtgängigkeit halber  zumindest teilweise eine separate spätere Verabschiedungsrunde drehen könnten. Hauptsache die Stützungsaktion an sich ist bis zur Sommerpause erst einmal durch. Die es nötig haben werden sich freuen;  für die anderen ein nicht zu verachtender Mitnahmeeffekt.

Man sehe sich vor: Die Woge der Entrüstung  wird noch kommen, wenn die Verlierer der „Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte“  konkret merken, dass ihre langlebige Rechnung nicht mehr aufgeht;  zum Beispiel, wenn die Versicherungssummen im Alter nicht mehr zur sicher gewähnten Hypothekenablösung ausreichen. Das ist wohl hunderttausendfach der Fall.

So wird es darauf ankommen, dass die Lebensversicherer in einer breiten kommunikativen Anstrengung  nicht nur die Medien, sondern die ganze Gesellschaft davon überzeugen, dass das Modell Lebensversicherung  trotz  der jetzigen „Rückrufaktion“ (Wirtschaftswoche) eine unabkömmliche  Säule privater Vorsorge im sozialen Rechtsstaat ist, wie GDV-Lebenspräside und Allianz- Vorstand Markus Faulhaber jetzt verlautbarte (POLITICS).

An politischer Zündelei indes, dass sich die kapitalgedeckte Vorsorge dieser Art überlebt habe, wird es in den kommenden Monaten, vielleicht Jahren, nicht fehlen. Die Partei der Linken, immerhin die Hauptoppositionsstimme im Deutschen Bundestag, hat sich  im Interview von VWheute in dieser Hinsicht  geoutet und  das Totenglöcklein schon einmal etwas bimmeln lassen (DOSSIER).

Das muss nicht in Angst und Schrecken jagen, aber vielleicht doch zu der Überlegung veranlassen, warum die gelernten  linken Populisten glauben, solche Forderungen kämen  “beim Volk“  für sie ersprießlich an.

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