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Die Risiken der Welt und die Welt der Versicherung

18.11.2015 – Flut_Kurt Michel_pixelioDie Absage des Fußballländerspiels gestern Abend in Hannover auf das Produkt Veranstaltungsversicherung runterzubrechen, wäre nachgerade obszön, wenn deckungstechnisch auch nicht abwegig. Doch es geht um den Schatten, den Weltrisiken auf den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und persönlichen Grundwert Sicherheit werfen. Und dazu gehören die Faktoren Hunger und Klima.

Hunger schwächt die Resilienz zur Bewältigung von Katastrophen, lautet eine zentrale These des aktuellen Weltrisikoberichts. Hunger verstärkt geopolitische Risiken wie Terrorismus. Die Wurzel des Übels, die Erkenntnis setzt sich im Vorfeld des Klimagipfels von Paris durch, ist der Klimawandel. Versicherer setzen hier längst an.

“Ich halte den Klimawandel für die größte Bedrohung der Menschheit in diesem Jahrhundert”, stellt Peter Höppe, Leiter der Georisikoforschung bei Munich Re, heraus. Die Swiss Re arbeitet an Mikroversicherungen. Die eigentliche Rechtfertigung des Mikroversicherungs-Gedankens ist entwicklungspolitischer Art. Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe. (siehe DOSSIER)

Karsten Löffler von Allianz Climate Solutions fehlt indes noch der Business Case: “Die Risiken sind da, aber wir können sie häufig noch nicht berechnen. Es mangelt beispielsweise oft an Daten zum landwirtschaftlichen Ertrag, auf deren Basis wir Geschäftsmodelle für diese Risikogruppen entwickeln können”, sagte er unlängst in einem Interview.

Die Axa will dieses Manko mit parametrischen Policen überwinden. Bei denen ist laut Vorstand Christian Thimann die Auszahlung nicht an einen konkreten Schaden für den Bauern geknüpft, sondern an das Auftreten eines extremen Klimaereignisses.

Munich Re-Chef Nikolaus von Bomhard warnt: “Der Klimawandel hat das Potenzial, zu einem Haupttreiber künftiger Wanderbewegung zu werden.” Er knüpft wie Marktbegleiter Ulrich Wallin, Vorstandschef der Hannover Rück, große Hoffnungen an eine Klimaversicherung für Entwicklungs- und Schwellenländer.

Ein weiterer Ansatz kommt von Zukunftsforscher Dirk Solte. Der Geschäftsführer des Verlags Versicherungswirtschaft schlägt eine Steuerkraftpolice vor, die zur Stärkung der Wertschöpfungsfähigkeit von versicherten Gebietskörperschaften beitragen könnte (siehe KÖPFE).

Wie aktuell die Risiken derzeit die allgemeine Gemütlsage in Europa beherrschen, zeigen die Terroranschläge in Paris am vergangenen Freitag. Die Abwägung zwischen Sicherheit und Risiko betraf am gestrigen Abend auch das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden. Was ursprünglich als Solidaritätsbekundung für das terrorgeschüttelte Frankreich galt, fiel letztlich selbst dem Risiko weiterer Anschläge zum Opfer (siehe SCHLAGZEILEN). Keine Niederlage, aber eine Lektion für Risikomanagement der Zukunft. Und Zukunft ist heute. (ku/hkm)

Bildquelle: Kurt Michel / pixelio.de

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Weltrisikoindex: Hunger schwächt die Resilienz
“Die katastrophalen Auswirkungen von Naturgewalten wie Erdbeben oder Wirbelstürmen können durch eine gesicherte Ernährung der Menschen eingedämmt werden”, lautet eine zentrale Erkenntnis des aktuellen Weltrisikoberichts. Projektleiter Peter Mucke: “Wer Hunger hat, ist verletzlicher bei Katastrophen, Kriegen und Konflikten.” Die globalen Hotspot-Regionen des Risikos haben sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht verändert.

Vertriebsunterstützung durch nachhaltige Kundenbeziehungen
Der Koblenzer Versicherer Debeka rechnet im laufenden Geschäftsjahr “mit guten Neuzugangsergebnissen auf dem starken Niveau des Vorjahres”, sagt Vertriebsvorstand Paul Stein im Exklusivinterview mit VWheute. Darüber hinaus erklärt er, wie Image und Öffentlichkeitswirkung im Detail auf den Vertrieb der privaten Krankenversicherung (PKV) wirken.

Zahl der Pflegebedürftigen steigt stärker als erwartet
In Deutschland wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2060 stärker steigen als bislang angenommen. So geht die Barmer GEK in ihrem jüngsten Pflegereport davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt geschätzt 4,52 Millionen Menschen pflegebedürftig sein werden. Dies sind etwa 221.000 mehr als in den bisherigen Prognosen angenommen. Den größten Anteil werden laut Report die Männer mit 176.000 Pflegebedürftigen stellen.

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