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Diese Woche: Weitersegeln hart am Wind

04.08.2014 – mertes_heinz_klausVon Heinz Klaus Mertes.

BaFin- Direktor Felix Hufeld, zuständig für die Versicherungsaufsicht, bescheinigt noch einmal amtlich die Notwendigkeit bei der Regelung der Bewertungsreserven aus Gründen langfristiger Stabilität: “Eine richtige Entscheidung des Gesetzgebers”, stellt er im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gestern fest, auch wenn “manche Kunden sauer sind”.

In ähnlichen Sprachbildern erklären Versicherungsaufsicht und GDV-Präsident Alexander Erdland das “Leck im Boot der deutschen Lebensversicherung” mit der Verabschiedung des Reformgesetzes für überholt – die stürmischen Winde, denen Branche und Produkte entgegensegeln allerdings noch nicht. Der neue synchron definierte Kurs: Wettbewerbs- und kundenorientierte Trennung von Spreu und Weizen im Markt bei Aufsicht “mit harter Hand”.

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In einem hinsichtlich der branchenstrategischen Linien bemerkenswerten Exklusivinterview in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (Heft 8/14) sieht GDV-Präsident Alexander Erdland die Versicherer nach diesem Kapitel “samt den Lektionen, die wir bei diesem Gesetzgebungsprozess dazu gelernt haben”, wie befreit für einen wieder selbstbewussteren Auftritt in Markt, Öffentlichkeit und Politik: “Es geht um ein Produkt, das sozial- und wirtschaftspolitisch unverzichtbar ist. Das weiß auch die Politik, man muss es ihr aber immer wieder sagen.” (siehe POLITICS) Hufeld würde den LV- Abschluss sogar seinen Söhnen zuraten: “Eines der erfolgreichsten Modelle ökonomisch organisierter Solidarität.”

So viel Übereinstimmung über die unabkömmliche Rolle des Instituts Versicherung über die Individualvorsorge hinaus führt naturgemäß zu entsprechend rigiden Maßstäben bei politischer Regulierung und auch für die Eigensteuerung der Branche. So exponiert sich der GDV-Präsident offen, indem er Run off-Plattformen für die Unternehmen, die auf Dauer nicht mithalten könnten, keineswegs “als unkeusch” wertet. Erdland kategorisch: ” In jeder Branche finden sich Anbieter, die ausscheiden und solche, die neu hinzukommen.”

Der ganz offenkundig positive Stimmungswandel dank der Perspektive strikter Erneuerung bei Geschäftsmodellen, bei Produkten und deren Vertrieb könnte die Versicherungswirtschaft nach Monaten der Dauerkompression gehärteter, aber auch flexibler und elanvoller aus der Sommerpause herauskommen lassen, als die Jahre zuvor. Das mediale Stimmungsbarometer zu Beginn dieser ersten Augustwoche jedenfalls zeigt steigende Tendenz. Der von Aufsichtsdirektor Hufeld geforderten Wetterfestigkeit der Versicherer kann das nur dienlich sein: Neu heraufziehende politische Wetterfronten der Regulierung aus Brüssel und Berlin zeichnen sich schon ab.

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