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Vorwärts immer, rückwärts nimmer

09.10.2015 – BaltzerVon Value-Chefredakteur Christoph Baltzer.

Die Regierung will den Höchstrechnungszins abschaffen. Das ist die logische Folge von Solvency II. Damit fällt eines der letzten Relikte aus der Zeit der Produktregulierung. Die Liberalisierung wird den Strukturwandel bei den Lebensversicherern vorantreiben. Davon werden die Unternehmen letztendlich profitieren.

Die Regierung modernisiert die Lebensversicherung. Mit der geplanten Abschaffung des Höchstrechnungszinses werden die Lebensversicherer ihre Garantien in Zukunft individuell berechnen. Dadurch wird der Unterschied zwischen starken und schwachen Unternehmen immer größer.

Überall ist der Jammer groß. Der GDV ist gegen die Deregulierung der Lebensversicherung, die Deutsche Aktuarvereinigung warnt, dass auch Solvency II Schieflagen nicht verhindern wird und schlägt eine modifizierte Form des Höchstrechnungszinses vor. Der BVK fürchtet um das Wohl der Altverträge und warnt vor einer Verunsicherung der Kunden. Der Bund der Versicherten wiederum kritisiert, dass der Wettbewerb dadurch intransparent wird (siehe POLITICS).

Die klassische Lebensversicherung war über Jahrzehnte hinweg ein enorm erfolgreicher Kassenschlager, selbst, als die steuerliche Förderung eingeschränkt wurde. Jetzt ist sie de facto tot. Klassische Garantien halten der Prüfung durch Solvency II nicht stand, den derzeitigen Verhältnissen auf den Kapitalmärkten erst recht nicht.

Dabei sind die Lebensversicherer durchaus in der Lage, Garantien zu geben. Wie gut die neuen Produkte sind, zeigt Value in seiner neuen Ausgabe. Dort analysiert der Wirtschaftswissenschaftler Christian Möbius die Indexpolicen, die am Markt angeboten werden. Die Ergebnisse lassen sich durchaus sehen. (ba)

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