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Viele kleine Fische in einer Nische

03.08.2016 – Hai Fisch_by_fritz zuehlke_pixelio.deEine Studie bringt ans Licht: Insurtechs dominieren nur in Nischenbereichen. Eigentlich sind sie nur in einem aktiv: digitaler Versicherungsordner. Dafür sammelt Clark 13,2 Mio. Euro von Investoren ein. In dieser Nische tummeln sich mit Getsafe, Knip oder Asuro ungewöhnlich viele gut finanzierte Fische. Das allein sorgt für Hysterie im Haifischbecken der Traditionsversicherer. Eine Finanzspritze ist jedoch kein Umsatz – und schon gar kein Gewinn.

Insuretechs, im Jahr 2015 weltweit gefüttert mit 2,7 Mrd. US-Dollar Risikokapital, könnten laut der Unternehmensberatung Oliver Wyman selbst Versicherungsriesen in arge Bedrängnis bringen. Diese reagieren wiederum hyperaktiv mit digitalen Schnellschüssen. Ist die Sorge begründet? Den Versicherungsvertrieb wirbelt sie auf, doch im traditionellen Kerngeschäft der Versicherer tun sich Insurtechs schwer – nämlich beim Kreieren neuer Angebote (siehe UNTERNEHMEN).

“Zwei Drittel der Fintechs dürften wieder vom Markt verschwinden, wenn ihr Kapital aufgebraucht ist”, prophezeit Oliver Lang in der Versicherungswirtschaft (siehe KÖPFE). Noch werfen Investoren ihnen Geld nach. Mit 13,2 Mio. Euro hat Clark die zweitgrößte Finanzierungsrunde eines deutschen Versicherungs-Start-ups abgeschlossen. Der Online-Makler kommt laut Handelsblatt auf ein Prämienvolumen von etwa 30 Mio. Euro – und das nach einem Jahr auf dem Markt. Das Geschäftsmodell scheint zu überzeugen, Nutzerzahlen gibt Clark nicht bekannt. Den digitalen Versicherungsordner der Allianz nutzen bereits 660.000 Kunden.

Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. kann keine Blasenbildung erkennen. “Die Insurtech-Szene ist ein zartes Pflänzchen, dass in den nächsten Jahren heranwachsen wird und ähnlich wie Fintechs die etablierten Player auf diesem Markt herausfordern wird”, sagt der Vorsitzender des Verbands Florian Nöll gegenüber VWheute (siehe POLITICS)

Um weiter zu wachsen, müssen Fintechs die Datenschutz-Sorgen der Kunden ernst nehmen und mit härteren Regulierungsmaßnahmen rechnen.” Johannes Cremer, Geschäftsführer des Fintechs Moneymeets widerspricht: “Internetmodelle lieben Regulierung! Der Grund ist, dass jede Regulierung revisionsfeste Regeln schafft, die sich nur in digitalen Modellen skalieren lassen.” (siehe DOSSIER) Demnach werden sich bald noch mehr kleine Fische im großen Haifischbecken der Versicherer tummeln. (dg)

Bildquelle: fritz zühlke / pixelio.de

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