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Verworrene Stimmen, tönendes Schweigen

05.03.2014 – Pfeile-2Unter den Zeichen der militärischen Okkupation der ukrainischen Krim durch Russland haben sich nicht nur die außenpolitischen Parameter verschoben, sondern auch die wirtschaftlichen. Die Nähe von Kriegsgefahr lässt die ökonomischen Modelle und Prognosen entgleiten. So schwanken denn auch die Reaktionen derer, auf die es eigentlich ankommt zwischen Alarmierung und beschwörender Gesundbeterei.

EZB-Chef Mario Draghi versucht, die Situation zu kalmieren, indem er auf die geringen Handelsverflechtungen mit der Ukraine hinweist. Als ob es allein darauf ankäme, wenn von Wirtschaftssanktionen gegen Russland selbst die Rede ist, was eine kaum absehbare Kettenreaktion an Handelseinfrierungen bedeuten würde. EU-Parlamentspräsident Schulz und Außenminister Steinmeier sprechen dagegen von Kriegsgefahr. Aus der deutschen Wirtschaft selbst ist bisher so gut wie nichts Einordnendes zu hören, nur die Börse spricht ihre eigene Sprache. Craig Botham, Emerging Markets-Volkswirt beim britischen Vermögensverwalter Schroders, warnt davor, dass vor allem steigende Rohstoffpreise zu einem Dominoeffekt bei Marktstimmung und Wirtschaftswachstum führen können.

Besonders die zentral- und osteuropäischen Märkte und Währungen könnten stark leiden, weil hier die Abhängigkeit von russischen Energieimporten am größten sei. Aber auch Emerging Markets wie Indien könnten empfindlich getroffen werden. Darüber hinaus sei auch die Rolle der Ukraine als Getreideexporteur nicht zu unterschätzen.

Ausgerechnet jetzt in dieser gekippten Situation meldet sich Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon mit der altbekannten, nahezu totgerittenen Forderung öffentlich zu Wort, die EZB müsse die Zinsen senken, was fast als Faschingsscherz anmutet angesichts der Alarmglocken, die von den Massenmedien angeschlagen werden. Auch die Sprechstunde des Bundeswirtschaftsministers hat noch nicht geschlagen.

So wird man nach der närrischen Auszeit heute erst noch die Holzschnitt-Politik der Aschermittwochreden überstehen müssen, ehe man Richtungweisendes hört.  (hkm)

Bild: Guter Rat ist teuer, ganz besonders in Krisenzeiten wie diesen. (Quelle: vwh)

Links: POLITICS, KÖPFE, Schroders warnt (engl.)

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