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Versicherer sollten mehr Mut beweisen

28.09.2016 – BaltzerUm die Grenzen der Versicherbarkeit auszudehnen, forcieren die Versicherer Public Private Partnerships. Versicherung senkt die Steuerbelastung, unterstützt die Prävention und hilft, Katastrophenereignisse zu bewältigen, schreibt die Geneva Association in einer aktuellen Studie. Aber nicht in allen Punkten argumentiert sie richtig.

Eigentlich würde man gar nicht so gerne im Business-Look auftreten, merkten Rückversicherer vor einem Jahr in Monte Carlo an. Sie wollen mit Public Private Partnerships in Geschäftsfelder vorstoßen, die nicht erschlossen sind, vor allem aus Geldmangel. Wer arme Menschen erreichen will, macht sich mit einem Maßanzug unglaubwürdig.

Bei dem Hochwasser an der Elbe im Jahr 2013 war schon wenige Wochen nach dem Hochwasser von den Schäden wenig zu sehen, zumindest auf den ersten Blick. Die Katastrophe hat gezeigt, wie effektiv selbst solch große Schäden hierzulande bewältigt werden. Ohne Versicherer wäre das nicht möglich. Die Versicherer sind auch eine der treibenden Kräfte bei der Verbesserung der Hochwasserprävention, sowohl in Deutschland als auch in England. Wenn die Versicherungsdurchdringung um ein Prozent steigt, sinkt die Steuerbelastung um 22 Prozent, rechnet Lloyd’s in einer Studie vor.

Die Geneva Association stellt in ihrer Studie die Bedrohung durch Wetterrisiken schwärzer dar als sie tatsächlich ist (siehe DOSSIER). Seit fünf Jahren liegen die Schäden durch Naturkatastrophen unter dem Zehnjahresschnitt. Eine solche Gutwetterphase hat es nicht gegeben, seitdem die Swiss Re über die Katastrophenbelastung Buch führt. Weder El Niño noch der Klimawandel haben daran etwas geändert. Seit 1970 ist die Katastrophenbelastung kontinuierlich gestiegen, in den 2000er-Jahren mit extremen Ausschlägen. Diese Phase ist zu einem Ende gekommen.

Zum anderen lässt die Genfer Studie das Problem der Erdbeben außen vor. Erdbeben stellen die größte Gefahr dar, sowohl für das Leben der Menschen als auch für deren Hab und Gut. Weil die Eintrittswahrscheinlichkeit und der Maximalschaden so hoch sind, sind sie nur schwer versicherbar. Dass es auch dafür Lösungen gibt, zeigt das Beispiel Neuseeland. Man mag sich also mehr Mut wünschen, sowohl auf Seiten der Regierungen und Internationalen Organisationen als auch auf Seiten der Versicherer. (ba)

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