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Verdrängt Ostasien Europa als Global Player?

18.11.2014 – FriedrichVon VWheute-Brüssel-Korrespondent Thomas A. Friedrich. Auch nach dem G 20 Gipfel in Brisbane geht in Brüssel die Frage um: Gerät der alte Kontinent Europa gegenüber den aufsteigenden asiatisch-pazifischen Regionen auf der Weltbühne ins Hintertreffen? Mit Sorge wird die Handelsoffensive und wirtschaftspolitische Öffnung Chinas gegenüber den USA und Russland gesehen.

Die Volksrepublik China drängt mittelfristig auf eine asiatische Vorherrschaft und will damit den schwächelnden USA die globale Führungsrolle streitig machen. Seit gestern erlaubt beispielsweise die gemeinsame Handelsplattform Connect erstmals Anlegern aus aller Welt, über Hongkong auch am bisher stark abgeschirmten Markt in Shanghai zu handeln. Darauf haben kapitalstarke Anleger nur gewartet.

Zur Eröffnung des Treffens der Wirtschaftsführer der Asiatisch-Pazifischen Kooperation (Apec) in Peking Anfang November machte der mächtige chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping aus seinen Ambitionen keinen Hehl: “Es geht darum, einen asiatisch-pazifischen Traum für unsere Völker zu verwirklichen”. Der Gastgeber der 21 Pazifik-Anrainerstaaten (unter ihnen Russland und die USA) will durch mehr Freihandel und wirtschaftspolitischer Öffnung, den asiatisch-pazifischen Raum zum führenden Wirtschaftsraum der Erde entwickeln. Pekings Ziel ist eine größere wirtschaftliche Integration in der Asien-Pazifik-Region

Die Apec-Mitglieder, darunter die drei größten Volkswirtschaften Amerika, China und Japan, repräsentieren rund 57 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 48 Prozent des Welthandels. Xis Vision ist es, eine umfassende asiatisch-pazifische Partnerschaft zu schmieden.

Ende Oktober stattete China die in Peking ansässige neue asiatische Infrastrukturbank (AIIB) mit 40 Milliarden Euro Startkapital aus. Für den Ausbau der Seidenstrasse stellt China weitere 32 Milliarden Euro zugunsten einer besseren Anbindung der asiatischen Märkte zur Verfügung.

Die ehemalige kommunistische Planwirtschaft trommelt derweil offensiv für Freihandelsabkommen. Dem Projekt einer asiatisch-pazifischen Freihandelszone stehen die USA entsprechend skeptisch gegenüber. Trotzdem folgten die APEC-Minister der Avance Chinas und wollen  eine Freihandelszone formell prüfen.

Bisher verfolgen die USA mit elf anderen Staaten eine Transpazifische Partnerschaft (TPP), während China mit 15 Staaten über eine Regionale Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) verhandelt. Die Vehemenz, mit der China den handelspolitischen Teppich ausrollt, könnten die transatlantischen Verhandlungen zwischen den USA und der EU schnell ins Hintertreffen geraten lassen. Die EU muss bei den Verhandlungen mit Washington Gas geben, um nicht von Peking handelspolitisch überholt zu werden (siehe auch POLITICS).

Bild: VWh Korrespondent Thomas A. Friedrich, Brüssel. (Quelle: vwh)

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