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Unicorns setzen Versicherer unter Zugzwang

22.11.2016 – konferenz_sollersBessere Tools und neue Vertriebskanäle: Dies erhoffen sich die europäischen Versicherer von den Insurtechs. 70 Prozent sehen durch die Start-ups ihr Geschäftsmodell in Gefahr, ergab eine Sollers-Umfrage in Warschau. “Es geht um Schnelligkeit”, betont Managing Partner Michał Trochimczuk. Überall in Europa denken Versicherer neu über ihre Geschäftsmodelle nach – auch in Polen, Großbritannien oder Deutschland.

“Disruption wird kommen”, sagte Rainer Sommer, COO der Generali Deutschland, auf einer Konferenz von Sollers Consulting in Warschau. Dabei sind es weniger die vielen smarten Insurtechs, welche die Versicherer gefährden, als die technologischen Großunternehmen aus dem Silicon Valley. “Unicorns wie Uber werden unser Geschäftsmodell stärker verändern als wir ahnen”, sagt Sommer. Als Generali-COO hat er das IT-Projekt für das Programm Vitality geleitet. Ein Jahr Vorbereitungszeit hat das erfordert.

Auf der Konferenz von Sollers Consulting und Guidewire “Innovation in Insurance” tauschten sich mehr als 200 Versicherungs-Professionals aus Europa über die Herausforderungen aus, die sich durch die Insurtechs ergeben. 2,7 Mrd. US-Dollar an Kapital sind im vergangenen Jahr an diese Unternehmen geflossen, warnte Keith Stonell, Managing Director bei Guidewire. 70 Prozent der Konferenz-Teilnehmer sehen in Fintechs eine Bedrohung (siehe DOSSIER).

Sprachen die Versicherer in den vergangenen Jahren viel über Smart Home, fokussierte man sich in diesem Jahr auf die weitgehend unausgeschöpften Möglichkeiten durch die Wearables. “Sie werden unser Geschäftsmodell verändern”, sagte Witold Jaworski, der die Allianz Polen und die PZU Leben geleitet hat und jetzt mit einem Insurtech den technologischen Wandel vorantreibt. Das größte Hindernis bei dem Einsatz der kleinen Messgeräte am Handgelenk ist der Datenschutz. Generali-Mann Sommer hält dieses Hindernis aber für überwindbar. “Wenn das Angebot einen echten Wert hat, sind Kunden bereit, das zu machen.” Vitality sei besser angelaufen als man geplant hat.

Nach Erfahrungen des Beraters Michał Trochimczuk von Sollers Consulting befinden sich derzeit 40 Prozent der Versicherer in einem Transformationsprozess, weitere 40 Prozent stehen davor. “In ein oder zwei Jahren werden wir Roboter einsetzen”, kündigte Rafał Stankiewicz an, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Talanx-Tochter Warta. Viele Neuerungen bewerkstelligt der polnische Versicherer aus eigenen Ressourcen. “Es gibt die große Chance, von den Unternehmen zu lernen”, sagte Hans Vranken, Vorstandschef der belgischen Touring Assurances. (ba)

Bild: “Innovation in Insurance” in Warschau (Quelle: Sollers)

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