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Turbo für die Wirtschaft – EU-Mercosur-Freihandelsabkommen gefordert

02.09.2014 – brasilBeim Stichwort Brasilien denkt Fußball-Deutschland zuerst an den vierten WM-Titel, das politische Deutschland an die Risiken eines kontinentalen Riesenreiches und Wirtschafts-Deutschland an die gigantischen Chancen eines Schwellenlandes. Mit Wachstumsraten von über 20 Prozent bei den Prämieneinnahmen auf rund 130 Mrd. brasilianische Real (52 Mrd. Euro) in 2012/2013 profitiert besonders die Versicherungswirtschaft vom Boom in Lateinamerika. Doch der Erfolg braucht Leitplanken, die der Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) im Rahmen der 32. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage formuliert.

Es gibt etwas zu gewinnen in Brasilien, neue Kunden, neue Geschäftsfelder, satte Renditen und neue Perspektiven. Schon jetzt ist Brasilien Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika. Dank des Hamburger Hafens ist der Weg nach Südamerika kurz, die Handelsbeziehungen sind glänzend. Der Beitrag deutscher Unternehmen am brasilianischen BIP liegt bei acht Prozent. Das neue Selbstbewusstsein findet auch in der Gründung einer eigenen Weltbank durch die sogenannten BRIC-Staaten seinen Ausdruck. Vor diesem Hintergrund mahnt BDI-Präsident Ulrich Grillo den Abschluss der vor fast 15 Jahren begonnenen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen EU und Mercosur an (siehe POLITICS).

Die Wirtschaft braucht Sicherheit, wie der Mensch die Luft zum Atmen. Doch es ist Krisenzeit allerorten auch in Brasilien. Davon betroffen ist der darniederliegende Kfz-Markt, ausgelöst von zurückhaltenden Konsumenten. Potenziale bieten aber die Bereiche Transportinfrastruktur, Logistik, Öl und Gas und nicht zuletzt der Gesundheitssektor, wie ein Blick auf die Agenda der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage verrät. Viele gute Gründe also, für Versicherer sich hier zu engagieren, siehe das Beispiel der Talanx Tochter HDI-Gerling, die erst vor kurzem ihren Standort in Südamerika deutlich aufgewertet hat (VWheute berichtete).

“Wenn Krise ist, muss man Krise managen“, soll Gerhard Schröder einmal gesagt haben. Im Ernstfall ist dies allerdings leichter gesagt als getan, wie ein Blick auf akute Krisen und ihre Folgen zeigt. Sie kommen plötzlich, sind oft brandgefährlich für die Existenz mittelständischer Unternehmen und werden deshalb auch zunehmend gefürchtet, fasst in diesem Zusammenhang Thomas Heindl, Manager Marketing and Business Development Deutschland/Head of Marketing Direct Europe bei Hiscox, die Lage aus Sicht der Versicherungsbranche zusammen (siehe Versicherungswirtschaft Heft Nr. 9/2014). Welche Herausforderungen kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) dabei zu bewältigen haben ist Gegenstand des heutigen DOSSIERS. (ak)

Bild: Die Bauten Oscar Niemeyers in Brasiliens Hauptstadt Brasilia künden von der großen Zukunft des Landes. (Quelle: Tourismusverband Brasilien)

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