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TOP FLOP TREND KW47: Freimut

20.11.2015 – Top_Flop_Trend_HanitzschKommentare sind relativ einfach, wenn sie sich auf etwas beziehen können, was geschehen ist oder gemacht wurde. Schwieriger wird es, wenn man kommentarmäßig auf etwas einwirken will, was kommt. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, hat das mit einem öffentlichen Appell an die Politik getan. Zielrichtung: “Schleunigst Vorsorge für schwierige Zeiten treffen.”

TOP
Die kommende Woche bildet mit den Plenardebatten zum Bundeshaushalt 2016 den Höhepunkt des parlamentarischen Jahres. Der Bundesfinanzminister wird, so hört man, seine “schwarze Null” verteidigen. Volkswirt Jörg Krämer nötigt das keinen besonderen Respekt ab. In vier knackigen Punkten markiert er das Versagen der Finanzpolitik, in den Jahren die Gunst vorzüglicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen konsumtiv verschenkt zu haben.

Lasse der durch die EZB-Geldschwemme aufgeblähte Scheinaufschwung nach, was schon spürbar sei, werde es “ein bitteres Erwachen” wegen der vordem stimulierten Begehrlichkeiten geben. Krämers außerparlamentarischer Zuruf: “Nicht einlullen lassen” von der Scheinblüte. Sondern dem Abschwung mit Investitionen Rechnung zu tragen. “Dafür reicht die schwarze Null im Bundeshaushalt nicht aus. Stattdessen brauchen wir merkliche Überschüsse.”

Der Commerzbank-Mann weiß aus der Krisengeschichte des Finanzmarktes, wie wichtig es sein kann, dass der Staat in der Krise stützungsfähig ist. Mit der pünktlichen Rückzahlung der Milliarden-Staatshilfe für sein Institut, ist die Freiheit zurück, den Mainstream und den Bundesfinanzminister so direkt öffentlich anzugehen. Das verlangt Courage und ist deshalb TOP.

FLOP
NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) setzt auf eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge – nach Bremer und Hamburger Vorbild. Die erhalten so einen einfachen Zugang zur Basisversorgung. Doch nur die wenigsten der fast 400 NRW-Kommunen haben sich schon für die Gesundheitskarte entschieden.

Nicht wenige Städte sind aber schon auf den Zug aufgesprungen. Sie überweisen den Kassen 200 Euro pro Flüchtling und Monat. Doch andere Gemeinden murren. Die Räte in Duisburg und Essen haben bereits beschlossen, sie treten der Vereinbarung nicht bei. Der Essener Sozialdezernent Peter Renzel sagt, das neue Verfahren sei zu teuer, die Behandlungskosten würden zu einem unkalkulierbaren Risiko, weil das Gesundheitsamt nicht mehr prüfen könne, welcher Arztbesuch tatsächlich nötig war.

Dortmunds Stadträtin Birgit Zoerner rechnet mit einer Kostenexplosion, sollte die Karte für Flüchtlinge eingeführt werden. Stadtdirektor Reinhold Spaniel hält es “für einen fatalen Fehler, nicht eine bundesweite Regelung zu finden”. Da hat der Mann mit kommunaler Nahsicht wohl Recht. Da den einzelnen Kommunen die Entscheidung überlassen ist, könnten “auf zwei Kilometer” verschiedene Systeme gelten. Das dürfte zu weiteren komplexen Wanderungsbewegungen führen und wäre FLOP.

TREND ist: Auch guter karitativer Wille braucht Koordination, Management und Kostensteuerung. (hkm)

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Zarte Investitionspflanze soll starker Baum werden
Wie lassen sich mit grünen Geldanlagen Natur und Klima schützen und gute Renditen erzielen? “Nachhaltiges Investment kann einen Beitrag leisten zu einer Wirtschaft, die Natur, soziale Rechte und gute Unternehmensführung in Einklang bringen. Mit unserer Initiative wollen wir ausloten, wie in den EU-Mitgliedstaaten ökologisch und sozial nachhaltiges Investment erfolgreich angekurbelt werden kann”, meint der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold.

“Geschäftsmodelle grundlegend überdenken”
“Versicherer müssen sich viel intensiver und auch mit höherer Geschwindigkeit um Innovationen bemühen”, sagt Nils Reich, Leiter Strategie bei Axa. Dazu gehöre auch, bestehende “Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken”. So prognostiziert der Experte im Exklusivinterview mit VWheute, “in den kommenden Jahren eine Differenzierung im Markt (…), wie sie bislang in der Branche nicht bekannt ist”.

Run-Off: Die letzten Verträge übermäßig belastet
Jeder Tarif, der für einen neuen geschlossen wird, ist an sich “ein kleiner Run-off”, sagt Versicherungsexperte Thomas Leithoff. Im Exklusivinterview mit VWheute erläutert er, warum eine Lebensversicherung für Versicherungsnehmer langfristig nur dann ein gutes Geschäft ist, “wenn das Kollektiv durch Neuverträge am Leben erhalten wird.”

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