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TOP FLOP TREND KW45: Alles hängt zusammen

06.11.2015 – Top_Flop_Trend_Hanitzsch“Alles hängt mit allem zusammen” – diese ewige Wahrheit des Kirchenlehrers Augustinus trifft auf die Versicherungswirtschaft in besonderem Maße zu. Das Versichern ist zwar nicht alles, aber ohne Versicherung ist nichts. Das gilt auch für solche Ausnahmesituationen wie die sich türmende Flüchtlings- und Migrantenwelle.

“Versicherungsbeiträge für Flüchtlingsunterkünfte” der aus aller Welt Ankommenden könnten nicht pauschal berechnet werden, konstatierte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth, Versicherer dürften nicht einfach pauschal in eine “Beitragsschublade” greifen, hielt er Kritikern entgegen, die eine etwas flexiblere Solidarität in Deckungsfragen fordern.

Der Schadenaufwand für einen adäquaten Personen- und Sachschutz sei nun einmal je nach Wohnstätten differenziert zu bewerten. Von Fürstenwerth propagierte diese Professionalität öffentlich. Das war nicht ohne Courage, weil hier – und nicht nur hier – Stimmung auf Wirklichkeit trifft. Was ist und was sein muss, nicht zu verdrängen oder aufzugeben, sondern zu vertreten, ist TOP.

TREND ist: Ausnahmesituationen haben es an sich, dass sie es bleiben sollten. Integration hat viele Ebenen und Facetten – auch die tarifliche Einbettung in die Risikogemeinschaft der Versicherten.

TOP / FLOP

Solvency II ist selbst der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zurzeit noch zu komplex. Hätte er einen Wunsch frei, würde er “die Komplexität von Solvency II ein stückweit zurückführen”, sagte Bafin-Präsident Felix Hufeld auf der wahrscheinlich letzten Vorbereitungskonferenz “Solvency II” diese Woche in Bonn.

“Die Anträge zur Genehmigung eines internen Modells sollten nicht mehr wiegen als der Aufseher”, ironisierte Hufeld mit Blick auf den 200 Kilo schweren Antrag einer Gesellschaft. Solche Redensart des obersten Aufsehers dürften der lebhaften Zustimmung der beaufsichtigten Unternehmen und Manager gewiss sein und ihnen ein aus dem Herzen kommendes TOP entlocken.

Exakt vor Jahresfrist äußerte sich der Bafin-Chef indes etwas anders: Der Aufwand der Versicherer für Solvency II sei angebracht und keineswegs überflüssig, weil das Management künftig in die Pflicht genommen werde, sich sehr viel stärker und “passgenau” mit der Solvabilität auseinanderzusetzen. Stimmt sicher auch. Aber der Umgang mit doppelten Wahrheiten dürfte das weniger geneigte als geplagte Publikum ins Grübeln bringen zwischen TOP und FLOP.

TREND: In Deutschland wird Ironie nicht immer verstanden, erst recht nicht von Amtspersonen. (hkm)

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