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TOP FLOP TREND KW 46: Die harmlosen Ratgeber

13.11.2015 – Top_Flop_Trend_HanitzschDas Jahresendgeschäft der Prognosen läuft sich warm. Staatsoffizieller Startschuss – die Expertise des “Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung”. Das Gutachten dieser sogenannten “Wirtschaftsweisen”, das hauptstadtprotokollarisch und mediengerecht in die Hände der Kanzlerin gelegt wurde, ist im Umfang stark, als Kompass für die Regierungspolitik flau.

FLOP
Ziemlich ratlos werden die Kanzlerin und ihre Stäbe die 396 Seiten auf der Suche nach Richtung durchblättern. “Zukunftsfähigkeit als Mittelpunkt” – wer eine solche wolkige Überschrift wählt, lässt schon erkennen, dass er sich lieber heraushalten möchte. Ausführlich beschreiben die Weisen die Probleme der Niedrigzinsen, verlangen Strukturreformen in den Ländern des Euro-Raums und sagen, dass Digitalisierung eine Herausforderung sei.

Das Bekannte ist aber keine Information. Und das in einer Zeit, in dem auch dem Non-Oeconomicus die Anspannung konträrer Kurssuche auf höchst dünnem Eis im Magen grummelt, nicht nur wegen der Flüchtlinge. “Die ratlosen Ratgeber” kommentierte denn auch das Handelsblatt. Dabei müsste die kumulierte Kompetenz dieses Gremiums der Weisen und seine Ressourcenausstattung eigentlich ausreichen, der Regierung und Öffentlichkeit auftragsgemäß einige untergegangene Wahrheiten zu Gehör zu bringen. Das war früher einmal so und hilfreich, bedeutete aber Reibung. Dieses Jahr nicht. Das ist FLOP.

TREND: Weise, die auf Harmlosigkeit aus sind oder sich politisch die Zähne haben ziehen lassen, verlieren Autorität und Reichweite.

TOP
A propos Herausforderungen. Wo diese nicht überall sprachlich schlummern. Ob Digitalisierung, Niedrigzins, Solvency II, ob Demoskopie, Frauen-Mitbestimmung oder DFB und VW-Schlamassel – die Herausforderungen sind unter uns und um uns herum wie ein Mückenschwarm im Abendsumpf. Keine Rede in großen Sälen, kaum ein Statement in kleinen Seitenzimmern, keine Power point oder auch Pressemitteilung kommt ohne dieses sportive Wort aus: Längst inflationär und totgeritten, in unserer Redaktion für textlich unkeusch auf dem Index. Ach, ein Feldzug gegen Füllworte und Leertitel, wenn’s um Management, Nachhaltigkeit und Zukunft geht, das könnte schön sein, das vertriebe Nebel und Wolken. Das wäre TOP.

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Der Eckrentner hat ausgedient
Im Jahr 2040 wird es kein Ost-West-Gefälle bei den Rentenbezügen aus der gesetzlichen Rentenversicherung mehr geben. In den nächsten Jahren werden die im Schnitt höheren Rentenansprüche im Osten der Republik hinter die Zahlbeträge im Westen zurückfallen, heißt es in einer Prognos-Studie, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Doch das sagt nichts darüber aus, was man sich mit der Rente dann tatsächlich kaufen kann.

Schwarzer Freitag für Paraskavedekatriaphobiker
Der heutige Freitag ist für Paraskavedekatriaphobiker besonders unheilvoll. Denn Unglücke an einem Freitag dem 13. prägen sich bei abergläubischen Menschen besonders tief ins Gedächtnis ein. Ob Ausrutscher auf dem Bürgersteig, die verloren gegangene Bankkarte oder der im Auto liegen gebliebene Autoschlüssel – Freitag, der 13. ist immer schuld.

Schaden der Woche: Keine Haftung für Stehpinkler
“Steter Tropfen höhlt den Stein”, lautet eine gemeinhin bekannte Binsenweisheit. Nicht neu auch der Umstand, dass die männliche Spezies des Menschen ein durchaus noch menschlicheres Bedürfnis gerne mal im Stehen verrichtet – und das nicht immer nur zur Freude manch werter Ehegattin. In Düsseldorf bekam es nun ein notorischer Stehpinkler mit seiner Vermieterin zu tun – ein Streit, der am Ende gar mit einem höchstrichterlichen Schiedsspruch endete.

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