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TOP FLOP TREND KW 42: Der Safe Harbour Deutschlands

16.10.2015 – Top_Flop_Trend_HanitzschBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verhält sich ruhig in der politischen Aufgeregtheit außerhalb des polarisierenden Monothemas um die Richtung in der Flüchtlingskrise. Kein öffentliches Wort dazu, was Bild gestern zu vehementen Spekulationen veranlasste. Gerade einmal die klare Ansage: Keine Ausdehnung der Schuldenpolitik, keine Steuererhöhungen.

Dafür aber Schäuble-Taten, die zeigen: Das Regieren des Industrie- und Sozialstaates muss auch auf anderen Feldern weitergehen. So brachte er jetzt Mitte der Woche die Nahles-Reform der bAV auf das richtige Gleis: Er kündigte Steuerentlastungen für Betriebe bei Rückstellungen für die betriebliche Altersversorgung an.

Eine durchdachte und durchgerechnete Perspektive, die sozialpolitisch und mittelstandspolitisch klug ist und den Ertragsverhältnissen gerecht wird. Gegen die, naturgemäß auch die Versicherer nichts haben dürften. Schäuble, der Nestor (72) im Kabinett, beweist sich als Safe Harbour des Standortes Deutschland. TOP

Kaum im Groko-Kabinett beschlossen, driftet der Regierungspartner SPD mit Totschlag – Vokabeln gegen die Transitzonen für Migranten in die Oppositionspolemik. “Flüchtlingshaftanstalten“ erschallt es aus den Rohren der Parteizentrale- und gliederungen. Schon hat die Kanzlerin unter diesem desavouierenden Kanonenwording den Rückzug eingeläutet. Die Zonen werden so zurückgestutzt, dass sie ihren Zweck der effizienteren Unterscheidung zwischen Asylberechtigten und anderen kaum mehr werden erfüllen können. Das lässt man dann gegen Bezahlung von der Türkei oder Griechenland machen.

In dringlichem Risk Management erst eine gemeinsame Linie beschließen, dann zerschießen und verwässern – das ist FLOP.

TREND ist das Schäuble Management Prinzip: Kurs ansagen, Kurs beschließen, Kurs kommunizieren, Kurs durchsetzen. Schwierig, aber es geht. Schäuble schafft das. (hkm)

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

“Pervertierung des Versicherungsgedankens”
Mit einer eindringlichen Warnung vor den möglichen Folgen von Telematik-Tarifen verabschiedet sich Peter Wesselhoeft beim diesjährigen Pressegespräch des VDVM in seiner Eigenschaft als Präsident des Verbands. Die Ausbreitung von Telematik-Tarifen führe demnach zu einer vollständigen Entsolidarisierung der Versichertengemeinschaft: “Für mich ist das eine Pervertierung des Versicherungsgedankens”, lautet seine Kritik.

“Königsklasse ist das Chip-Implantat”
Das die Digitalisierung dennoch einen unaufhaltsamen Veränderungsprozess eingeleitet hat, zeigt die Debatte um das autonome Fahrzeug. Denn diese fordern die Kfz-Versicherer “wieder zum Umdenken bzw. Neudenken” auf, prognostiziert Thomas Eckert von der Telekom im VWheute-Interview.

Kfz-Versicherte wollen billig und bequem
Aktuell läuft hingegen die alljährliche Wechselsaison in der Kfz-Versicherung wieder auf Hochtouren. Dabei wollen es die Versicherten vor allem billig und bequem, konstatiert eine aktuelle Studie von Heute und Morgen.

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