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TOP FLOP TREND KW 2: PR opaganda

15.01.2016 – Top_Flop_Trend_HanitzschZu den traditionellen Neujahrsgeschenken für mediale Aufmerksamkeit gehört die Bekanntgabe “Unwort des Jahres”. Gekürt wurde heuer das Wort “Gutmensch”. Das hochmögende Gremium sprachkundlich Beflissener konnte sich dabei auf die Einsendung von – sage und schreibe – insgesamt 669 verschiedenen Vorschlägen aus dem Volke stützen. Ranking-Sieger “Gutmensch” schob sich mit höchst übersichtlichen 64 Nennungen an die Spitze.

Ebenfalls gerügt – allerdings mit deutlich noch weniger Nennungen – wurde der Wortgebrauch “Hausaufgaben” im Zusammenhang mit dem finanziell säumigen Griechenland. Im Missverhältnis zu dieser schier erschlagenden Repräsentativität methodischer Evaluierung ist die ungeheure Medienresonanz wirklich beeindruckend. Sie entlarvt sich indes zugleich als volkserzieherische PR-Aktion, wie auch die Siegerliste mancher Vorjahre zeigt. Dass die Medien reihenweise so darauf abfahren, zeigt eine gewisse Anfälligkeit für Propaganda: FLOP.

Vielleicht sollten die deutschen Versicherer im Rahmen Ihrer kommunikativen Anstrengungen zur Verbesserung der Branchenreputation sich kommendes Jahr an den Einsendungen mit Unwort-Vorschlägen beteiligen. Der diskriminierende Begriff “Neinsager”, der die professionelle Regulierungspraxis der Versicherer immer wieder öffentlich mit Häme überzieht, wäre zum Beispiel einer konzertierten Aktion wert. Schlappe 64 Nennungen wird man bei jährlich etwa 25 Millionen Schadenfällen und 50 Mrd. Euro Schadensleistungen doch wohl zusammenbringen. Das, mein lieber Mann, würde Schlagzeilen machen von der Tagesschau bis VWheute. Und würde ein für allemal den Exitus dieser fiesen, geschäfts- und rufschädlichen verbalen Erfindung bedeuten. Das wäre aufklärerisch, das wäre TOP.

TREND
Dem Volk aufs Maul schauen ist ja gut, nicht aber durchsichtige Instrumentalisierung. (hkm)

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Landwirtschaft zwischen Krise und Klimawandel
Absolute Ruhe, zufrieden grunzende Schweine und sich wiegende Ähren im Wind. Dieses Idealbild der deutschen Agrarwirtschaft ist heute so aktuell wie vor hundert Jahren. Doch Idylle scheint trügerisch: Allein im zurückliegenden Jahr sind die landwirtschaftlichen Einkommen laut Deutschem Bauernverband (DBV) um 35 Prozent gesunken. Auch für 2016 rechnet der Verband mit einem weiteren Rückgang.

Wie tickt die Jugend von heute?
Ein bis zweimal am Tag postet Volker Büscher auf Facebook über seinen Hund Hera. Aktuell hat die Facebookseite des Allianz-Generalvertreters aus Köln 7.300 Likes. “Ich wollte ganz bewusst junge Kunden ansprechen”, schildert er. Die Strategie ging auf. Büscher senkte das Durchschnittsalter seines Bestandes nach eigener Aussage um rund fünf Jahre. “Inzwischen erfolgen 95 Prozent meines Geschäfts via Facebook.”

Große Bandbreite globaler Risiken
Die Bandbreite globaler Risiken war noch nie so breit gefächert wie heute. Laut Global Risk Report 2016 des Weltwirtschaftsforums sehen die Unternehmen vor allem in der Migration, einer schnelleren Erderwärmung, dem Wassermangel und Cyberattacken die derzeit größten Risiken für 2016. Damit sind erstmals vier von fünf Kategorien – nämlich Umwelt, Geopolitik, Gesellschaft und Wirtschaft – unter den Top Fünf der folgenschwersten Risiken.

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