Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Telematik: Auf den Kunden kommt es an

03.06.2015 – Katja SchuldVon VWheute-Redakteurin Katja Schuld.

Autos sammeln immer mehr Daten, die auch für Versicherer interessant sind. Sie können neue Tarife anbieten, die Kunden ermöglichen, für umsichtige Fahrweise belohnt zu werden. Immer mehr Versicherer wollen dabei sein. Bloß, will der Kunde das auch?

Vorreiter des Telematik-Tarifs war Anfang 2014 die S-Direkt. Mit 1.000 Kunden ging es los. Seitdem werden sie für zurückhaltendes Fahrverhalten mit einem Rabatt belohnt. Mittlerweile gibt es den Tarif in unbeschränkter Stückzahl oder Zielgruppe, wie Medien kürzlich berichteten. Noch in diesem Jahr wollen Axa und VHV mit einem eigenen Telematik-Tarif nachfolgen. Auch der nach Zahl der versicherten Fahrzeuge im Bestand größte Kfz-Versicherer Huk-Coburg hat angekündigt, einen Tarif in Vorbereitung zu haben.

Nicht alle wollen mitmachen bei der Entwicklung des Autos zur rollenden IT-Kabine. Der BGV hat sich kürzlich zur Einführung von Telematik-Tarifen abwartend geäußert und will “weiter beobachten”. Ein Grund seien die geltenden Datenschutzregelungen. Kunden würden der Sammlung von Daten kritisch gegenüberstehen. Auch die R+V übt sich (noch) in Zurückhaltung. Die Wiesbadener haben im vergangenen Jahr eine Telematikstudie angefertigt und herausgefunden, dass neben der schwachen Datenbasis für die Kalkulation und nicht ausgereifter Technik die Akzeptanz beim Kunden zu gering sei (siehe MÄRKTE).

Ausschlaggebend ist am Ende, was der Kunde will. Da nochmal genauer hinzuhören, wäre sicher kein Fehler. Denn ob die Verführung durch Rabatte zieht, ist doch trotz ausgeprägter deutscher Pfennigfuchserei fraglich. Datenschutz geht immer noch vor (siehe DOSSIER).

______________

Weitere Themen IM BLICK von VWheute:

Insolvenzen sinken weltweit um zwei Prozent
Die Ökonomen des Kreditversicherers Euler Hermes rechnen für 2015 mit einem weltweiten Rückgang der Insolvenzen von zwei Prozent. Allerdings sei die Entwicklung regional unterschiedlich.

Rheinische Provinzial nimmt Solvency-Hürde ohne Hilfe
Die Provinzial Rheinland Lebensversicherung erfüllt Solvency ll ohne Anpassungsmaßnahmen. Die Finanzkrise hatte die Provinzial Rheinland hohe Abschreibungen gekostet.

Ein Leben in der Beugehaft der Versicherungsmathematik
Die Versicherungswirtschaft legt selbst schubweise Hand an beim Kollektiv. “Die Kreativität der Branche kennt scheint endlos”, sagt Lars Gatschke vom Bundesverband Verbraucherzentrale.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten