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Super-Nerds als Super-Manager im Versicherungsreservat

21.07.2015 – Nerd_Tim Reckmann_pixelio“Das Digitale in der Berufsbildung stärken”, gibt Bitkom-Präsident Thorsten Dirks als Devise aus. Change Management beginnt demnach bereits in der Schulbildung. Was das für Versicherer bedeutet? Die Herausforderung, stellt Florian Semle von der Nachhaltigkeits-Plattform Utopia für Versicherer fest, sei die Herstellung von Innovationsfähigkeit.

Der Social-Media Experte, der bei Hiscox zum Round Table geladen war, bemerkte jüngst: “Stark regulierte Branchen sind wie Reservate: In ihrem geschützten Rahmen können Kulturen und Strukturen überleben, die kaum eine Chance auf dem freien Markt hätten” – ein Kulturwandel im Versicherungsreservat in Richtung neuer Offenheit, nämlich wirklich digitales Kundenmanagement, ist für Semle unumgänglich.

Während der Branchenverband für Digitales gestern verkündete, dass mit 36 von 121 Maßnahmen ein Viertel der Digitalen Agenda umgesetzt ist (siehe POLITICS), über Grundsätzliches in der Bildung und Medienkompetenz der Jugend noch debattiert werden muss, sehen andere die Lage pessimistischer:

Um sich Angriffen der Plattform-Champions und Big Data Player aus dem Silicon-Valley zu erwehren, braucht es die Super-Nerds – neudeutsch: die Computerfreaks und kreativen Sonderlinge – als Super-Manager. Digital Marketing Stratege Michael Zachrau hat drastische Worte gefunden für seine Bestandsaufnahme für die Deutschland AG: “Hier haben die Controller das Sagen.” Wilde technologische Geschäftsideen suche man unter den Managern hierzulande vergeblich.

Eine neue Art Datensparsamkeit propagieren in diesem Zusammenhang – interessant für Versicherer – die Roland Berger Strategy Consultants in einer aktuellen Veröffentlichung: “Weniger Daten bringen mehr, wenn es die richtigen sind”, lautet das Credo (siehe MÄRKTE). Der Weg dahin aber führe über gravierendes Change Management. (ku)

Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de

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