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Stunde Null der Versicherer: “Rettet die Adressen!”

08.05.2015 – SONY DSCHeute 8. Mai –  Gedenken und Gedanken allüberall: Ende des Zweiten Weltkrieges – auch für die Versicherer eine Zäsur, die bis heute prägt. Hubert Clemens, vieljähriger Chefredakteur der Versicherungswirtschaft zum 70. Jahrestag. Die “Stunde Null” der Versicherungswirtschaft dauerte mehr als drei Jahre: bis zur Währungsreform und der Einführung der D-Mark am 20. Juni 1948. Der dann endgültige Neuanfang brachte noch einmal viel Arbeit mit der Umstellung aller auf Reichsmark lautenden Verträge. Prämien und Verbindlichkeiten. Und schon zum 21. Juni 1948 war die DM-Eröffnungsbilanz zu erstellen.

Mai 1945: Überall in den deutschen Städten das gleiche Bild: Trümmer. Die einstigen stolzen Gebäude der Versicherer, ihre Hauptverwaltungen und Generaldirektionen: ausgebombt, leergebrannt, viele bereits in den Bombennächten seit 1942.

Was nach dem 8. Mai 1945 bei den einzelnen Versicherungsunternehmen geschah, lässt sich am besten in den Unternehmenschroniken nachlesen. So meldeten sich mancherorts Mitarbeiter vor den Ruinen zum Dienst zurück, beim Nordstern in Berlin waren es am 14. Mai 1945 bereits 144 Angestellte. Dort wie auch bei den anderen Gesellschaften galt die erste Sorge: “Rettet die Adressen.”

Was an Unterlagen nicht verbrannt war, wurde mit Hacke und Schaufel aus den Trümmern gegraben. Bei der Volksfürsorge in Hamburg konnte bereits am 13. August 1945 wieder der Geschäftsbetrieb aufgenommen werden. “Man brachte alles das, was an Dokumenten und Karteien übriggeblieben war, in Sicherheit. Verlorene Unterlagen wurden so weit wie möglich rekonstruiert”, heißt es in der Chronik der R+V.

Für die Behörden hatte die Hilfe für die Versicherungswirtschaft zunächst keinerlei Priorität. Die Hauptsorge galt der Unterbringung, der Brennstoffversorgung und der Papierzuteilung.

Im Westen hatten sie im Mai 1945 ja noch Glück. Sie hatten es mit Amerikanern, Briten und Franzosen zu tun. Im Osten waren die Versicherer schon im Winter 1944/45 zusammen mit den Bewohnern der östlichen Provinzen nach Mitteldeutschland und in den Westen geflohen. Magdeburger, Gothaer, Mecklenburgische, Leipziger, Hallesche: Nicht wenige der seit 1945 in den Westen übergesiedelten Versicherer führten weiterhin und zum Teil bis heute ihre angestammten Namen.“

Den Bestandsverlust der deutschen Versicherungswirtschaft schätzen Experten auf etwa ein Drittel des gesamten Prämienvolumens (siehe POLITICS).
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