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Stress um den Stresstest

27.01.2016 – Rafael_Kurz_NeuVon VWheute-Redakteur Rafael Kurz. “Aus den Ergebnissen des Eiopa-Stresstest dürfen und können keine Schlussfolgerungen mit Relevanz gezogen werden”, sagen Kritiker wie der Stellvertretende Aba-Vorsitzende Georg Thurnes. Dagegen konstatiert Sven Giegold, Finanzexperte der Grünen: “Der Stresstest hat die Unterdeckung der betrieblichen Altersversorgungssysteme offengelegt.”

“Die Vogel-Strauß-Politik bei Lebensversicherungen und betrieblicher Altersvorsorge muss jetzt beendet werden”, schließt Sven Giegold aus den Ergebnissen des Eiopa-Stresstests. Er vermutet, dass Probleme auf künftige Generationen abgeladen werden. “Unverantwortlich wäre auch, insgeheim auf eine Staatshaftung zu setzen. Vielmehr wird es Zeit, Pensionäre und Unternehmen durch effektive europäische Regulierung zu schützen.”

Die Bafin sieht im Worst Case zusätzliches Ungemach auf Arbeitgeber zukommen. “Es ist davon auszugehen, dass die Anpassungsmaßnahmen der Unternehmen – gegebenenfalls verbunden mit zusätzlichen Zahlungen der Arbeitgeber – in aller Regel sicherstellen werden, dass die den Versorgungsberechtigten versprochenen Leistungen erfüllt werden können”, sagt Frank Grund, der bei der Bafin für Versicherungen zuständig ist. Es geht dabei um Szenarien mit negativen Entwicklung der Kapitalmärkte und einer steigenden Lebenserwartung der Leistungsbezieher, die im Stresstest (siehe POLITICS) simuliert wurden.

Georg Thurnes kritisiert den Stresstest im Interview mit VWheute: “Man sollte EbAV und Unternehmen unterstützen und ihnen keine weiteren Steine in den Weg stellen – wie extrem aufwändige, aber rein fiktive und daher wertlose Modellrechnungen.”

Welchen Beitrag ein Experten-Gutachten (siehe KÖPFE) für Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) hier leisten kann, wird sich bei Vorlage des überarbeiteten Entwurfs aus dem Ministerium zeigen. (ku)

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