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Solvency II: Erstversicherer gehen höheres Risiko

10.02.2015 – philipp-thomas-150Von VWheute-Korrespondent Philipp Thomas.
Seit über einem Jahr gab es schon regelmäßige Kassandra-Berichte hinsichtlich des entstehenden Überangebots an Rückversicherungskapazität bzw. ihren Surrogaten. Doch auch die Nachfrageseite ist im Fluss.

Ursächlich ist hierfür die Not der Verzweiflung hinsichtlich künstlich niedrig gehaltener Anleihezinsen und der daraus resultierende Drang von Lebensversicherern, Pensionsfonds, Hedge Fonds, Family Offices und sonstiger institutioneller Anleger, durch Zeichnen von Katastrophenanleihen eine höhere Anlagerendite herauszukitzeln.

Hinzu kommt auch das Ausbleiben marktbestimmender Naturkatastrophen, insbesondere von US Hurricanes mit Schäden von mehr als 20 Mrd. US Dollar. Große Rückversicherer haben sich mittlerweile mit den Besorgern von alternativem Kapital zusammengetan und nutzen diese als Ersatz-Retro-Kapazitäten, wohl bisweilen auch im Sinne von „innocent capacity“, d.h. unter Ausnutzung der Unerfahrenheit des Vertragspartners.

Soweit die Angebotsseite. Laut Ratingagentur AM Best ändert sich wohl auch die Nachfrageseite. Auf Basis von 2013er-Zahlen und unter der Annahme, die 2014er Zahlen würden diesen Trend bestätigen, stellt AM Best fest: große europäische Versicherungsgruppen geben unabhängig davon, ob wir uns gerade in einem Hard- oder aber einem Soft-Market befinden, immer weniger an Prämien ab.

Stattdessen würden die Selbstbehalte auf Gruppenbasis angesichts von gruppeninternen Diversifikationseffekten optimiert, d.h. erhöht. Dies geschehe insbesondere auch aufgrund der unter Solvency II demnächst geforderten Gruppenperspektive. Bisweilen würden gruppeneigene Rückversicherungscaptives eingesetzt, etwa im Fall von Axa und Generali. (siehe MÄRKTE).

Bild: Philipp Thomas. (Quelle: vvw)

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