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Solvency II: Annäherung mit Unwägbarkeiten

19.11.2015 – bernardinoSolvency II läutet eine neue Ära im Versicherungsgeschäft ein. Es ist der Start einer Reise mit Unwägbarkeiten, die es auch künftig zu bezwingen gilt, prognostizierte Eiopa-Chairman Gabriel Bernardino im Rahmen der Euro Finance Week in Frankfurt. Dass das komplexe Aufsichtssystem schon ab dem ersten Tag der Implementierung alle Probleme gelöst haben wird, ist naturgemäß nicht zu erwarten.

Die Eiopa will das ambitionierte Vorhaben zu einer aufsichtsrechtlichen Konvergenz in Europa mit konkreten Maßnahmen begleiten. Für eine erfolgreiche Solvency II-Etablierung sei die enge Zusammenarbeit mit nationalen Behörden unabdingbar, glaubt Bernardino. Übergeordnetes Ziel sei es, zunächst über pragmatische Lösungsansätze nachzudenken bevor es zu konkreten strategischen Umsetzungen kommt.

Sich über Erfahrungen auszutauschen und von internationalen Aufsichtsmechanismen zu lernen, sei ein wichtiger Bestandteil dieses Change-Prozesses. Die von der europäischen Kommission getragene Eiopa will nationale Systeme mit “Added Values” befüttern. Dazu gehören etwa risikobasierte Indikatoren, die analytisch aufzeigen, worauf Prioritäten gesetzt werden müssen.

Eine der zentralen Challenges in den kommenden Jahren sieht der Eiopa-Chef im präventiven Verbraucherschutz. Diesen auf der Grundlage finanzieller Gesamtstabilität zu stärken sei fundamental. Gleichwohl werden Konsumenten zunehmend in die Pflicht genommen, bei der Wahl von Pensionsprodukten rationaler zu entscheiden (siehe MÄRKTE).

Ein weiteres Großprojekt auf der Strategie-Agenda der Eiopa ist die Einführung eines Pan-European-Pension-Products. “Gegenwärtig wird an einigen weiterführenden Elementen gearbeitet, berichtet Bernardino. Noch warten wir darauf, das Produkt detaillierter auszugestalten. Dazu bedarf es der Zustimmung der EU-Kommission.”

Indes waren auch am Business- und Finanzplatz Frankfurt die Terroranschläge von Paris und deren Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft ein Gesprächsthema. Selbstbewusst gab Carlos Montalvo, Executive Director der Eiopa, zu verstehen, dass die Insurance-Player schon nach den Attacken von 9/11 gezeigt hätten, dass sie für die Menschen da seien, wenn sie gebraucht würden. Diese Verantwortung würden die Akteure auch in der aktuellen Risikolandschaft übernehmen. (mst)

Bild: Eiopa-Pressekonferenz in Frankfurt am Main. (Quelle: mst)

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