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SDK und Vertriebschef Holland gehen getrennte Wege

01.12.2016 – Timo_Holland_SDKDie Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) und Vertriebschef Timo Holland gehen fortan getrennte Wege. Wer das Vertriebsressort übernimmt, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt. Vermutlich wird Benno Schmeing die Aufgabe interimsweise übernehmen. Berichten zufolge hat die SDK die Hälfte ihres Außendienstes verloren. Der Hamburger kam 2014 zur SDK.

Seine sehr ehrgeizigen Ziele sind SDK-Vertriebschef Timo Holland nicht gut bekommen. Bis 2020 sollte sich die Außendienstmannschaft verdoppeln, kündigte der frühere Organisationsdirektor der Hanse Merkur im vergangenen Jahr an. Zu dem Zeitpunkt belief sich die Zahl der Außendienstler des süddeutschen Unternehmens auf 200. Doch die Vertreter sind den Weg nicht mitgegangen. Mehr als die Hälfte sind zu Konkurrenten abgewandert, berichten Insider.

Vor allem die R+V ist ein beliebtes Ziel der frustrierten Außendienstler. Gruppenverträge mit zusammen 8.000 versicherten Personen haben die Süddeutschen an den Wiesbadener Genossenschaftsversicherer verloren. Die SDK ist der Erfinder der betrieblichen Krankenversicherung und Marktführer in diesem Geschäft. Über 2.600 Firmen mit insgesamt mehr als 120.000 Arbeitnehmern sind bei der SDK versichert.

Doch die R+V buhlt um die Kontakte zu den Genossenschaftsbanken in Süddeutschland. In Baden-Württemberg und Bayern arbeiteten die Volks- und Raiffeisenbanken in der Krankenversicherung mit der SDK zusammen. “Wir profitieren vom Vertrauen und der Glaubwürdigkeit der Volks- und Raiffeisenbanken”, sagte Vorstandschef Ralf Kantak im Sommer und pochte gleichzeitig auf unternehmerische Unabhängigkeit. Konkurrent R+V profitiert von der gegenwärtigen Unruhe am Markt und wirbt auch Außendienstler der Generali ab, bei der es nach der Bekanntgabe der Umstrukturierungspläne gehörig kracht.

Holland wird spätestens Ende März nächsten Jahres seinen Vorstandsposten niederlegen, berichten Marktteilnehmer, die in engem Geschäftskontakt mit der SDK stehen. Der Hamburger war im April 2014 von Vorstandschef Kantak nach Fellbach geholt worden. Holland hatte im Herbst 2015 angekündigt, im Rahmen der “Expedition 2020″ die Beitragseinnahmen um ein Drittel zu steigern. Das scheint in der jetzigen Situation kaum erreichbar. Sein Ausscheiden überrascht nicht. Seit mindestens anderthalb Jahren brodelt es bei der SDK. Besonders sensibel reagierte der Außendienst auf die von Holland geplante grundlegende Umstrukturierung. (ba)

Bild: Timo Holland, scheidender SDK-Vertriebschef (Quelle: SDK)

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