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Schwierige Geburt

14.03.2014 – hebammen-150Gesundheitsminister Hermann Gröhe sucht nach einer langfristigen Lösung für die Haftpflicht der Hebammen. Doch das erweist sich als schwierig. Das Hebammen-Problem wird die Versicherer wohl noch lange beschäftigen.

Hebammen laufen Sturm und wieder einmal geht es gegen die Versicherer, nicht direkt, aber unterschwellig. In Karlsruhe zogen 1.400 Hebammen und Eltern auf den Schlossplatz, um eine Lösung für das Problem der Haftpflichtversicherung zu forcieren. Selbst die Vor- und die Nachsorge seien nicht mehr möglich, weil die Versicherung überteuert ist, warnten die Hebammen. Das ist übertrieben. Doch das Haftpflichtproblem ist tatsächlich gravierend.

Es betrifft das gesamte Heilwesen, die Hebammen aber am härtesten. Mehr als 400 Euro zahlen Geburtshelferinnen monatlich für ihre Haftpflichtprämie, verdienen aber nur 2.100 Euro im Monat, brutto. In den letzten zehn Jahren hat sich die Prämie verdreifacht.

Die Securon Versicherungsmakler GmbH, Partner der Martens & Prahl Gruppe, ist seit August 2005 der Versicherungsmakler des Deutschen Hebammenverband e.V. (DHV e.V.).

Doch auch sie konnte nicht verhindern, dass die Nürnberger sich zum 30. Juni 2015 aus dem Haftpflichtkonsortium zurückziehen wird. Die Gruppenversicherung des DHV wird von der Versicherungskammer Bayern (50 Prozent) und der R+V (30 Prozent) getragen.

Paradoxerweise liegt der Prämienanstieg an dem medizinischen Fortschritt. Behinderte Menschen haben eine höhere Lebenserwartung als früher. Ein wesentlicher Treiber ist jedoch die Regresspflicht der gesetzlichen Kassen. Kommt es bei einer Geburt zu Komplikationen mit bleibenden Schäden, sind die Kassen verpflichtet, Regress einzufordern. Um ein Viertel könnte man den Schadenbedarf senken, wenn man auf die Regresspflicht der Kassen verzichtet.

Die Hebammen-Sprecherinnen haben inzwischen erkannt, dass nicht die Versicherer Schuld an der Misere sind. Mögliche Lösungen wären, die Regresspflicht wieder abzuschaffen, die Schadensummen zu begrenzen oder behinderte Menschen generell gleich zu behandeln und nicht darauf zu schauen, aus welchem Grunde sie behindert sind. Auch eine Hebammen-Captive in Form eines VVaG wäre denkbar, allerdings nur mit finanzieller Unterstützung des Staates. (ba)

Bild: Hebammen warten auf die Unterstützung von Versicherern, Staat und Gesellschaft. (Quelle: vwh)

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