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Schweizer Versicherer befürchten Abschottung

11.02.2014 – Schweiz-3Die Eidgenossen haben entschieden: Am Sonntag votierten 50,3 Prozent für eine Begrenzung der Zuwanderung. Damit wird das Prinzip der Personenfreizügigkeit zwischen der EU und der Schweiz gefährdet. Der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) zeigt sich besorgt. Die Schweizer Versicherer sind auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen.

Jeder Fünfte der rund 50.000 Mitarbeiter in der Versicherungswirtschaft ist ein Ausländer. Von den 10.000 Nicht-Schweizern kommen gut 80 Prozent aus der Europäischen Union. Derzeit hat die Branche mehr als 1.200 offene Stellen zu besetzen, etwa 600 davon sind Stellen für Spezialisten.

„Die Schweizer Versicherungsindustrie ist dringend darauf angewiesen, Arbeitskräfte auf dem internationalen Arbeitsmarkt rekrutieren zu können“, äußerte sich der SVV gegenüber VW-heute. Der Verband befürchtet eine Verschärfung in der Konkurrenz um die Fachkräfte zwischen den Unternehmen, denn der Branche droht künftig ein Fachkräftemangel (ausführlich dazu siehe Interview in DOSSIER)

Inwieweit die Annahme der „Initiative gegen die Masseneinwanderung“ Auswirkungen auf die Mobilität der Arbeitskräfte zwischen der Schweiz und der EU innerhalb der einzelnen Versicherungsgruppen hat, ist kurz nach der Abstimmung schwer einzuschätzen. Die Schweizer Regierung hat bis zu drei Jahre Zeit, die Initiative umzusetzen.

Der Versicherer Zurich teilt indes die Befürchtung des Versicherungsverbandes SVV. So sei für die Zurich als globaler Versicherer mit Hauptsitz in der Schweiz der internationale Arbeitsmarkt „eminent wichtig“, so das Unternehmen auf Nachfrage von VW-heute. „Als Versicherungsunternehmen sind wir auf hoch qualifizierte Fachleute angewiesen“, heißt es weiter.

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re stößt ins gleiche Horn. Der Entscheid stelle „eine enorme politische Herausforderung für die Schweiz und die hier tätigen Unternehmen dar“, äußert sich Swiss Re gegenüber VW-heute. „Er bedeutet eine klare Verschlechterung unserer Standort-Rahmenbedingungen. Es wird künftig deutlich schwieriger sein, die benötigten qualifizierten Arbeitskräfte rasch und flexibel zu rekrutieren.“

Beide Versicherer wollen die weitere Entwicklung und die Umsetzung der Initiative verfolgen und dementsprechend analysieren. (ks)

Link: DOSSIER

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