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Schifffahrt: Bergungsrisiken und Gefahr für die hochvernetzte Industrie

13.01.2015 – Containerschiff_Bernd Sterzl_pixelioVon VWheute-Redakteur Rafael Kurz. Neue Dimensionen für Transportversicherer und Policen für Betriebsunterbrechungen: Containerschiffe sorgen für die Vernetzung von Kontinenten jenseits virtueller Infrastrukturen. Mittlerweile hat sich das Großschadenpotential von Mega-Schiffen erhöht. Heute, am Jahrestag des Unglücks der Costa Concordia, soll mit der CSCL Globe das größte Transportschiff in Hamburg anlegen.

Seenotfälle haben unmittelbare Auswirkungen auf Liefer- und Produktionsketten: “Man denke nur an Betriebsunterbrechungen bei Häfen und Terminals”, bemerkte Sven Gerhard, Global Product Leader, Hull & Marine Liabilities. Auf die global vernetzte Industrie, die Teile zur Weiterverarbeitung Just in Time bekommt, wirkt dies dann unmittelbar.

Allein 2013 habe man 94 große Schiffe verloren, so eine AGCS-Studie. Auch wenn dies einen Rückgang um 20 Prozent bedeutet: 90 Prozent des Warenverkehrs geht über die Weltmeere.

Dabei werden die Schiffe immer größer. In den Neunzigerjahren war eine Kapazität von 5.000 Containern noch das Maß der Dinge. Die AGCS schätzt heute, dass die Kapazität alle vier bis fünf Jahre um zirka 30 Prozent zunimmt, was bedeutet, dass um 2018 mit einem Volumen von 24.000 Standardcontainern (TEU) pro Schiff zu rechnen ist. Die GSCL Globe, die heute in Hamburg anlegen soll, ist aktuell das weltweit größte Containerschiff mit 19.100 TEU.

Dass Bergungen mitunter mehrere Monate dauern können, beweist die Havarie der Costa Concordia, die sich heute zum dritten Mal jährt (siehe MÄRKTE). Die Kosten gehen hier in die Milliarden.

“Selbstverständlich sind Bergungsrisiken auch in der Zukunft zu decken. Ob und unter welchen Bedingungen dies realisierbar ist, hängt direkt mit der zunehmenden Exponierung und den zu erwartenden Kosten bei Havarien für alle Beteiligten ab”, sagte HDI-Gerling Vorstand Joachim ten Eicken im Interview mit Versicherungswirtschaft-Special Value.

Risikomodelle in der Schifffahrt müssen höheren, aber kalkulierbaren Risiken gerecht werden. Die Nairobi Convention on Removal of Wrecks nimmt seit Jahresbeginn Schiffseigner im Fall einer Havarie finanziell in die Pflicht.

Ein Fährunglück wie das der Norman Atlantic in der Adria kostet zudem viele Menschen das Leben. Es offenbaren sich immer wieder auch menschliche Fehler – nicht zuletzt bei der Bergung. Dies zeigt, dass Sicherheit und Risikomanagement auf hoher See nicht erst durch Tragödien in den Fokus kommen dürfen.

Bildquelle: Bernd Sterzl/ pixelio

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