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Samstag
03.12.2016
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Rückversicherer im Klimawandel

20.09.2016 – Klimawandel_Kurt Michel_pixelioDie Rückversicherer befinden sich derzeit in der Krise: Während die Kosten für die weltweiten Katastrophen im ersten Halbjahr dieses Jahres über dem mehrjährigen Durchschnitt liegen, sacken die Preise zunehmend in den Keller. Zudem befinden sich die Rückversicherer in einer fundamentalen Sinnkrise. Wo keine Schäden sind, macht Versicherung keinen Sinn. Allerdings bereiten auch die Kunden zusätzliche Sorgen.

“Wir befinden uns in einer widersprüchlichen Situation zwischen tieferen Preisen und sinkender Nachfrage”, konstatiert Jean-Jacques Henchoz, Vorstandschef Reinsurance EMEA der Swiss Re. Besonders verwunderlich für den Manager scheint der Umstand, “dass unsere Kunden – also die Versicherungswirtschaft und die großen Firmenkunden – dieses Marktumfeld nicht zu ihrem Vorteil nutzen” (siehe KÖPFE).

Dennoch scheint ein entsprechender Rückversicherungsschutz angesichts der jüngsten Wetterturbulenzen in diesem Jahr durchaus notwendig zu sein. Denn Starkregenereignisse sind sehr lokal und kaum vorhersehbar. Da die Frequenz solcher Ereignisse tendenziell zunehme, sollten “alle Schaden- und Unfallversicherer regelmäßig ihr Bilanzrisiko und ihre Rückversicherungsstrukturen in Bezug auf ihre Exponierungen überprüfen und entsprechend anpassen”, fordert Thomas Brandl, Senior Vice President von Guy Carpenter (siehe DOSSIER).

Die Debatte um eine Pflichtversicherung für Elementarschäden geht jedenfalls weiter – auch in Österreich, wie das Beispiel Kärnten zeigt. Demnach forderte Franz Ahm, Sprecher der Kärntner Versicherungsmakler, jüngst gegenüber dem ORF eine gesetzliche Versicherung für Naturkatastrophen, in die jeder einzahlen solle. Das Land Kärnten selbst lehnt eine solche Pflichtversicherung hingegen ab. Vielmehr gehe es dabei um eine Geschäftemacherei der Versicherungen, wird der Pressesprecher des Landeshauptmannes, Andreas Schäfermeier, zitiert.

Die Rückversicherer selbst reagieren jedenfalls mit unterschiedlichen Ansätzen auf den marktpolitischen Klimawandel: Während Munich Re und Swiss Re ihre Kundschaft mit maßgeschneiderten Lösungen bei der Stange halten wollen, setzt die Hannover Rück vor allem auf Preiserhöhungen in Deutschland und Kanada. Wohin der Weg am Ende führen wird, bleibt so ungewiss wie die Folgen des Klimawandels selbst. (td)

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Deutschlands Autos werden immer älter
Die privaten Autos der Deutschen werden immer älter. Waren die Pkw bei Abschluss einer Kfz-Versicherung im Jahr 2007 im Durchschnitt etwa 8,4 Jahre alt, sind diese 2016 schon knapp zwei Jahre älter. Dies entspricht einem Plus von 20 Prozent, konstatiert das Vergleichsportal Check24. Im Vergleich der Bundesländer fahren die Bremer derzeit die ältesten Fahrzeuge. Die jüngsten Fahrzeuge sind in Hamburg und Bayern zu finden.

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