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Risiko als Teil menschlicher Erfahrungen

17.02.2015 – risiko_toelke_150Morgen, am Aschermittwoch ist alles vorbei, das wusste schon der legendäre Jupp Schmitz (1901 – 1991) als er 1953 seinen Hit mit selbigem Titel komponierte. In Braunschweig hat “es” allerdings gar nicht erst angefangen: Der Zoch wurde abgesagt mit der Begründung: Risiko wegen Terrordrohung zu hoch. Damit haben geschätzte 250.000 Menschen eine ganz konkrete Erfahrung zum Thema Risiko gemacht, ihr Bewusstsein geschärft und persönliche Konsequenzen gezogen.

Persönliche Konsequenzen sind für die Verhandlungsführer der EU und Griechenlands beim Verhandlungspoker über den Umgang mit den griechischen Staatsschulden nicht zu erwarten, aber das Eis ist dünn auf dem man sich in Brüssel bewegt, wie VWheute-Korrespondent Thomas A. Friedrich in seinem Bericht exklusiv berichtet.

Wie Menschen ganz konkret mit dem Thema Risiko umgehen hat die britische Dokumentarfilmerin und Autorin Polly Morland in ihrem Buch “Risk Wise – Nine Everyda Adventures” untersucht. Morland traf für ihr Buchprojekt neun Protagonisten mit den unterschiedlichsten Lebenswegen: Eine Familie, die seit Generationen an den Hängen des Vesuvs lebt, eine Balletttänzerin der Pariser Oper, oder den Leiter der Gebäudesicherheit in New York. Sie alle gehen überlegt Risiken ein – jeder auf seine ganz spezielle Art, wie AllianzGI als Projektunterstützer für dieses Buch anlässlich der Veröffentlichung schrieb. Allianz-Chef Michael Diekmann wünscht sich auch, “dass sich mehr Menschen mit dem Thema Risiko kritisch auseinandersetzen und auch den Mut haben, als risikomündige Bürger an der Gesellschaft zu partizipieren.”

Das tun sie in der Tat, zur Zeit wohl ungewollt, Stichwort EZB und Niedrigzinsen. Die Geldpolitik der EZB beunruhigt nicht nur Millionen Sparer in Deutschland, sie stellt auch die gesetzliche Sozialversicherung, als Großinvestor auf der Suche nach Rendite, vor wachsende Probleme, bilanziert in diesem Zusammenhang die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Auch wenn das Bundesversicherungsamt zur Not schon Minusgeschäfte bei Geldanlagen für “angemessen” im Sinne des Gesetzes hält, der Beitragszahler reagiert verhalten, solange dieses Risiko noch abstrakt ist.

Wie die Menschen reagieren, wenn aus der abstrakten eine konkrete Bedrohung wird, thematisiert das heutige DOSSIER. “Wohin mit dem Vermögen, wenn es an Zinsen fehlt”, so der Titel, befasst sich mit den Untiefen häuslicher Verstecke von Wertgegenständen. Von der Matraze bis zum Sparstrumpf, von präparierten Müslipackungen bis hin zu manipulierten Plastikäpfeln, der Fantasie scheinen keine Grenzen gesetzt wenn die eigene Bedrohungslage erkannt wird. Fehlt jetzt nur noch das Bewusstsein für die Gefährdung der eigenen Altersvorsorge und die Versicherungsbranche hätte ein großes Kommunikationsproblem weniger. (vwh/ak)

Bild: Risiko-Wand aus der Show von Wim Toelke. (Quelle: ZDF)

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