Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Rente: Die nächste Idee, der nächste Flop?

25.07.2016 – rente_Uwe Schlick_pixelio.deDie gesetzliche Rentenversicherung ist für viele Politiker ein Experimentierfeld, auf dem sie glauben, sich immer mal wieder profilieren zu können. Diesmal lässt Bundesozialministerin Andrea Nahles mal wieder aufhorchen. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sollen Ostrenten bis 2020 das Westniveau erreichen. Ein vernünftiges Renten-Gesamtkonzept aber fehlt.

Sicher wäre eine absolute Angleichung ein wichtiger Schritt für die innere Einheit des Landes. Nahles Gesetzentwurf zur Renteneinheit sieht zwei Etappen mit einer ersten Stufe im Jahr 2018 vor. Die Kosten für die Vereinheitlichung betragen demnach 7,5 Mrd. Euro allein in den ersten drei Jahren. Das klingt zunächst ganz ordentlich. Doch dann kommt die Stolperfalle: Die Renteneinheit hat nämlich auch Verlierer, denn die im Schnitt geringeren Ostlöhne werden für die Rentenberechnung heute zwar aufgewertet. Das soll aber bis 2020 komplett wegfallen. Nahles selbst räumt deshalb “Ambivalenzen” ein. Für sie sei es wichtiger, die Ungerechtigkeit bei den Renten auszuräumen. Inzwischen werden auch die Kritiker schon aktiv und zerreißen die Pläne. Sie bemängeln unter anderen, dass die Löhne von Ost-Arbeitnehmern, die noch nicht in Rente sind, keine Rolle mehr für die Rentenberechnung spielen sollen.

Auch bei dieser Nahles-Idee wird wohl wieder mal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, weil es Stückwerk bleibt. Warum zum Beispiel wird nicht einfach ein bestimmter Stichtag dazu verwandt, alle Rechengrößen der Rentenversicherung, egal ob für Ost oder West, auf ein einheitliches Niveau umzurechnen?

Spannend ist natürlich auch die Frage, wer das alles bezahlen soll: Nahles wandte sich gegen eine Finanzierung aus der Rentenkasse und erwartet, dass der Bund die Kosten trägt. Wer den schwäbischen Kassenwart in Berlin aber kennt, erahnt den Widerstand gegen die Idee der Sozialdemokratin. Wenn aber, wie bei vielen anderen “Subventionen”, dann doch die Rentenkasse herhalten soll, müsste der Aufschrei derjenigen groß sein, die noch aktiv ihre Beiträge einzahlen.

“Die gesetzliche Rentenversicherung zukunftsfähig machen, der jungen Generation keine weiteren Kürzungen zumuten”, ist eine gern benutzte Floskel. Wann endlich kommt ein zukunftsfähiger Vorschlag, der nicht von Stückwerk getragen ist, sondern die Komponenten gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge in ein vernünftiges Gesamtkonzept packt.  Das würde viel Reibung aus dem Thema nehmen: Das Schweizer Modell lässt grüßen. (wo)

Bild: Uwe Schlick / pixelio.de

__________

Weitere Themen im Blick von VWheute:

Renten-Experte Werding: “An längerer Lebensarbeitszeit führt kein Weg vorbei”
Professor Martin Werding von der Ruhr-Uni Bochum spricht über Probleme in der deutschen Altersstruktur und künftige Versorgungswege.

Versicherungsmakler Artus stellt Weichen für die Zukunft
Nach rund 20 Jahren an der Spitze wird sich Ende des nächsten Jahres Vorstandschef und Alleininhaber Friedrich Ganz (69) in den Aufsichtsratsvorsitz zurückziehen. Gleichzeitig rückt Finanzvorstand Mike G. Cosby (46) als Vorstandsvorsitzender nach.

Geld zurück für SDK-Kunden
Für 2015 erhielten die Mitglieder aus dem ambulanten und zahnärztlichen Beitragsteil bei Leistungsfreiheit bereits nach nur einem Jahr drei Monatsbeiträge zurück. Insgesamt 26,7 Mio. Euro wurden erstattet.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten