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Profitabilität statt Wachstum

03.12.2013 – AutoschadenFür die deutschen Schaden- und Unfallversicherer war 2013 bislang eines der schadenreichsten Jahre. Seit sieben Jahren schon weist das versicherungstechnische Ergebnis in diesen Sparten einen negativen Trend auf, schreiben Christian P. Mylius, Managing Partner der Beratungsgesellschaft von Innovalue Management, und Nils Heise, dort Senior Associate in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Versicherungswirtschaft. Das erfordert einen dringenden Sanierungsbedarf.

„Wachstum vor Profitabilität war lange Zeit gelebte Praxis in der Assekuranz”, dokumentieren die Autoren die Entwicklung. Während die Schaden-Kosten-Quote im deutschen Erstversicherungsgeschäft 2006 noch bei komfortablen 91,4 Prozent lag, ist sie bis zum Jahr 2012 auf 97 Prozent gewachsen. Diese Entwicklung sei im Wesentlichen auf die gestiegenen Schadenquoten zurückführen. Zwar stagniere der negative Trend der Schaden-Kosten-Quote seit 2011, doch vor allem in den Sparten „Verbundene Wohngebäudeversicherung”, „Fahrzeugvollversicherung” und „Fahrzeughaftpflichtversicherung” liegen die Schaden-Kostenquote im bundesweiten Schnitt bei über 100 Prozent.

Da es sich hier nur um Durchschnittswerte über alle Risikoträger hinweg handelt, lasse sich erkennen, dass die Schaden-Kosten-Quoten von Versicherungsbeständen einzelner Markteilnehmer beziehungsweise ausgewählter Vertriebswege noch weitaus unprofitabler sein können. Hier seien zum Beispiel beim Vertriebsweg Makler 15 Prozent höhere direkte Abschlusskosten im Vergleich zum Vertriebswegedurchschnitt zu erkennen. Wenn dieser Kostennachteil „nicht durch im Vergleich zum Vertriebswegedurchschnitt geringere indirekte Abschlusskosten kompensiert werden, tragen bereits vor Berücksichtigung der Schadenquoten allein die Vertriebskosten zu einem höheren Niveau der Schaden-Kosten-Quote bei”, so die Autoren.

Dieser Trend verstärke sich noch bei der Betrachtung einzelner Marktsegmente. Um die Unfall- und Schadenversicherung zu sanieren, bedarf es also einer differenzierten Analyse. Nur auf diese Weise können die passenden Hebel an der richtigen Stelle gesetzt werden (Siehe MÄRKTE). (vwh)

Foto: Hohe Schaden-Kostenquoten in der Fahrzeugvoll- und Fahrzeughaftpflichtversicherung von im Schnitt 106 Prozent beziehungsweise 102 Prozent lassen Sanierungen in diesen Sparten notwendig erscheinen. (Quelle: vvw)

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