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Preise in der Kfz-Versicherung gehen weiter nach oben

31.10.2016 – Auto im November_Rudolpho Duba_pixelio.de.jpg -Gewohntes Bild: Der Wettbewerb in der Autoversicherung läuft heiß, die Preise gehen immer weiter nach unten, bis zum 30. November. Doch auf Jahressicht sind die Prämien stark gestiegen. Grund dafür ist ausgerechnet der technische Fortschritt.

Bessere Technik, bessere Autos, weniger Schäden. Dadurch werden die Autoversicherer einen Großteil ihrer Prämie verlieren, haben die Unternehmensberater von PWC prophezeit. Doch die Realität straft diese Unkenrufe der Lüge, zumindest noch. Die Prämien in der Autoversicherung werden in diesem Jahr von 25,1 auf 25,8 Mrd. Euro steigen, berichtet Andreas Kelb vom Rückversicherer E+S. Sowohl in der Haftpflicht als auch in Vollkasko werden die Beitragseinnahmen im Markt um 0,8 Prozent nach oben gehen, sagt Kelb. Nur Teilkasko büßt ein, nach Schätzung der E+S um 1,5 Prozent.

Die E+S ist Rückversicherer der Huk Coburg, der VHV, Itzehoer und LVM und hat dadurch Einblicke in die Bilanzen der Kfz-Versicherer wie kein zweiter in Deutschland. Kelb rechnet mit weiterem Wachstum. 63,1 Millionen Fahrzeuge sind derzeit versichert, vom Auto über das Motorrad bis hin zum Anhänger. Der Bestand wächst um 1,8 Prozent. “Die Kfz-Dichte wächst”, sagt Kelb.

Doch nach zwei guten Jahren mit technischen Gewinnen wird die Sparte aller Voraussicht nach zum Jahresende mit einer schwarzen Null schließen. Dabei ist das Beitragsniveau in diesem Jahr viel höher als 2015. Im Oktober zahlten Kunden des Online-Maklers Check24 im Schnitt 292 Euro Prämie, das waren neun Prozent mehr als im Oktober 2015. Und die Beiträge werden im nächsten Jahr weiter steigen. Kelb rechnet für den gesamten Markt mit 27 Mrd. Euro Beitragseinnahmen im nächsten Jahr. Marktführer Huk Coburg ist in diesem Jahr erneut stark gewachsen, wird aber Anfang nächsten Jahres die Prämien weiter anheben.

Ausgerechnet die Technik treibt die Schadenbelastung nach oben. “Der Durchschnittsschaden wird höher”, sagt Kelb. “Das liegt an der technischen Entwicklung.” Probleme bereiten den Versicherern die steigende Zahl von Autodiebstählen. Die ferngesteuerten Schließanlagen machen es Hackern leicht, Autos mitgehen zu lassen. Wegen der aufwändigen Technik haben viele Diebe ihre Aktivitäten jetzt auf das Zubehör verlagert. “Es gibt gezielte Diebstähle von Autospiegeln”, berichtet Kelb. Die Spiegel sind teuer, erwerben kann man sie nur bei Markenherstellern.

Die Unternehmensberater von PWC hatten vor zwei Jahren vor einem drastischen Einbruch im Kfz-Versicherungsgeschäft gewarnt. “Selbst bei optimistischsten Annahmen wird das Volumen der Kfz-Prämie von den heutigen ca. 24 Mrd. Euro bis 2030 nicht über einen Wert von 27,5 Mrd. Euro hinaus ansteigen”, hieß es in der Studie. “Dem steht im ungünstigsten Fall eine Erosion auf nur noch 15,5 Mrd. Euro gegenüber.” (siehe DOSSIER) (ba)

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (11/2016)

Bild: Auto im November, der Kfz-Wechselsaison (Quelle: Rudolpho Duba / pixelio.de)

Werte Leserinnen und Leser, die nächste Ausgabe von VWheute erscheint feiertagsbedingt wieder am kommenden Mittwoch, dem 2. November 2016 wie gewohnt um 00:04 Uhr.

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