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Politischer Klimawandel

02.08.2016 – Klima_mattnadoodle_pixelioSommer, Sonne, Urlaubsfeeling steht dieser Tage bei den meisten Bundesbürgern ganz oben auf der Tagesordnung. Doch wer sommerliche Temperaturen sucht, wird dieser Tage in heimischen Gefilden wohl eher nicht fündig werden. Die Wetterkapriolen der vergangenen Wochen haben sich bereits auch in den Bilanzen der Versicherer bemerkbar gemacht. Auch die Wetterbilanz für Juli war allenfalls durchschnittlich – eine Folge des Klimawandels?

Zu warm, zu trocken und nur mäßig sonnig lautet die bisherige Wetterbilanz des Deutschen Wetterdienstes für den Juli 2016. Mit 18,6 Grad lag die Durchschnittstemperatur laut Meteorologen um 1,7 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Gleichzeitig lag die Sonnenscheindauer mit 200 Stunden um vier Prozent unter dem Soll von 211 Stunden. Dabei lässt die Prognose für August keine Besserung erwarten.

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat nun in einem Kompendium die “extremen Wetter- und Naturereignisse in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren” zusammengestellt. Mit eingerechnet sind dabei bereits auch die Überschwemmung in Süddeutschland im Mai und Juni dieses Jahres. Auch die Hitzewelle 2015 ist darin enthalten – mit mehr Todesopfern als bei jeder andere Naturkatastrophe in diesem Jahr.

Dabei liefert der Dienst konkrete Belege für einen Klimawandel. Ein Beispiel: Gab es 1970 in Deutschland gerade mal acht Stürme, waren es 1990 bereits 17 und 2010 fast 30. Auch die Zahl der Tage mit einer Temperatur von mindestens 30 Grad stieg von durchschnittlich drei auf nunmehr acht, Gleichzeitig nimmt die Zahl der Tage mit frostigen Temperaturen ab.

Besonders betroffen vom vermeintlichen Wetterumschwung scheinen vor allem die ärmsten Länder dieser Erde zu sein. Versicherungsschutz scheint hingegen weitgehend kaum vorhanden: “In den 100 ärmsten Ländern sind lediglich drei Prozent der Bevölkerung durch Versicherungen abgesichert”, konstatiert Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller in der Versicherungswirtschaft. Sein Plädoyer: Mehr Agrar- und Klimarisikoversicherungen für die Bedürftigsten (siehe POLITICS).

Die Folgen könnten jedenfalls katastrophal sein, glaubt man den Forschern des Potsdam-Instituts für Klimaforschung. Diese befürchten nämlich, dass das Klima-Desaster das Risiko bewaffneter Konflikte in ethnisch zersplitterten Ländern noch erhöhen wird. “Klimabedingte Naturkatastrophen haben ein destabilisierendes Potenzial, das sich in ethnisch zersplitterten Gesellschaften auf besonders tragische Art und Weise entfaltet”, lautet das vermeintliche Schreckensszenario (siehe DOSSIER). (td)

Bildquelle: Mattnadoodle / pixelio

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