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Unternehmensführer rebellieren gegen Politik des Völlegefühls

13.08.2014 – mertes_brille_08_2014_150Von Heinz Klaus Mertes.

Eine solche öffentliche Revolte der deutschen Manager-Elite gegen den  Wirtschaftskurs der Bundesregierung ist wirklich denkwürdig. Das dritte Kabinett Merkel muss sich vorhalten lassen, den Industriestaat Deutschland auf die schiefe Ebene zu bringen – mit konkret-bösen Absturzgefahren. Als Wortführer mit dabei: Heads der deutschen Versicherungswirtschaft. Das Echo – auch branchenintern – zieht sich durch die Woche hindurch.

Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzender der Munich Re wird in Hauptstadtkreisen ein rundum intaktes Vertrauensverhältnis mit der Kanzlerin bescheinigt. Es muss also schon ernst sein, wenn er nicht über die Telefonleitung, sondern über das Manager Magazin seine Sorgen und Warnungen vor dem Verlust der deutschen Wettbewerbsfähigkeit kundtut: Bomhard:  “Zuletzt hat die Politik einige langfristige Fehlleistungen produziert.” Man müsse konstatieren, „dass der Standort Deutschland zuletzt nicht gestärkt, sondern geschwächt wurde“.

Die „Rolle rückwärts“, die sich in dem Rentenpaket zum Nachteil langfristiger Finanzierbarkeit und jüngerer Generationen breit macht, ist nur ein Grund des aufflammenden Zornes der Branchen-Granden. Allianz-Chef Michael Diekmann  kritisiert in der MM-Kommentarserie „Wie stark ist Deutschland wirklich?“  (O-Ton-Auszüge in POLITICS) die eklatant nachlassende Investitionsschwäche „ sowohl in die öffentliche Infrastruktur als auch generell im Unternehmensbereich“. So sinke seit Jahren der reale Kapitalstock der Industrie in Deutschland und die öffentlichen Investitionen  betrügen nur 1,6 Prozent des BIP. Diekmann ungehalten: „Versicherer wären geeignete Partner, wenn nicht größere Investitionen in die Infrastruktur und die Energiewende  unangemessen bestraft“ würden.

Offenbar geht das rundum tönende Politiker-Mantra, dass es Deutschland „vergleichsweise“ am besten unter allen  Ländern im weiten Weltenrund gehe, mächtig über die Hutschnur. Denn in dem daraus resultierenden Völlegefühl würde verteilt, was erst noch zu erwirtschaften sei. Nicht zuletzt zählt hierzu auch der regulatorische Druck auf die Vertriebe, von deren Schwungkraft der Markt von Versicherung und Vorsorge auch sozialpolitisch abhängt (DOSSIER). Diekmann: „Derzeit steht viel auf dem Spiel.“

Dass sich  Köpfe und Stimmen aus der TOP-Ebene der deutschen Versicherer in dieser sachlichen, aber deutlichen Weise exponieren, ist neu, entspricht aber der branchenpolitischen Tendenz, den gesamtwirtschaftlichen Stellenwert der Versicherungswirtschaft mehr in öffentliche Themenführerschaft einzubringen.

Links: VERTRIEB, KÖPFE

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