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PKV unter Effizienzdruck

19.10.2016 – gerhard_reichl_assekurataVon Gerhard Reichl. Die Zinsentwicklung und die Politik der Europäischen Zentralbank schlagen nun auch auf die Kunden der privaten Krankenversicherung (PKV) durch. Wie der PKV-Verband kürzlich bekannt gab, werden 2017 die Beiträge für rund zwei Drittel der knapp 8,8 Mio. PKV-Versicherten im Durchschnitt um etwa elf Prozent steigen.

Die Entwicklung der PKV und der Krankheitskostenvollversicherung im Speziellen ist eng verknüpft mit den sozialpolitischen Rahmenbedingungen. Das Neugeschäftspotenzial in der Vollversicherung hat sich als Folge der Reformen im Gesundheitswesen im Zeitverlauf immer weiter verringert. Mit der außerordentlichen Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze im Jahr 2003 um 13,3 Prozent von 40.500 Euro auf 45.900 Euro hat sich die Zahl der gutverdienenden Angestellten, die sich privat versichern können, schlagartig deutlich verringert (2017: 57.600 Euro).

Dies führte dazu, dass der PKV-Markt sich seither immer mehr zu einem Verteilungsmarkt gewandelt hat. Viele Anbieter konzentrierten ihre Wettbewerbsaktivitäten auf das PKV-Wechselgeschäft und versuchten, sich mit immer höheren Provisionszahlungen Neugeschäft zu erkaufen. Aus diesem Grund limitierte der Gesetzgeber zum 1. April 2012 die Abschlussprovisionen auf neun Monatsbeiträge und verlängerte gleichzeitig die Provisionshaftungszeit auf fünf Jahre (siehe MÄRKTE).

Infolgedessen und aufgrund der Einführung von Unisexbeiträgen in der Vollversicherung haben sich jedoch auch die Wechselbewegungen von Versicherten zwischen den PKV-Unternehmen deutlich reduziert. Der zunehmende Wettbewerbsdruck und Verdrängungswettbewerb hat daher zu einer gewissen Marktbereinigung geführt. Von ehemals 53 ordentlichen Mitgliedern des PKV-Verbandes (1999) sind Stand heute noch 41 übrig geblieben (siehe POLITICS).

Die Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen hat sich bislang nicht über eine reine Vertriebspartnerschaft hinaus entwickelt. Größenvorteile, wie sie für die PKV-Unternehmen durch die Kooperation mit einer großen Krankenkasse zum Beispiel durch die gemeinsame Beschaffung von Heil- und Hilfsmitteln entstehen, werden nach den Erfahrungen von Assekurata wenig bis gar nicht genutzt.

Da die Vollversicherung unter Absatzschwierigkeiten leidet, wird der Verkauf von Zusatzversicherungen für die Gesellschaften immer wichtiger. Doch auch hier hat die Branche aktuell mit eher sinkenden Zuwachsraten zu kämpfen. Vorteile besitzen im aktuellen Marktumfeld diejenigen Anbieter, die bereits als Krankenzusatzversicherer im Markt etabliert sind und über attraktive Produkte und vertriebliche Zugangswege verfügen (siehe DOSSIER).

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der November-Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bild: Gerhard Reichl ist Fachkoordinator Krankenversicherung der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur (Quelle: Assekurata)

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