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PKV ringt um mehr Einfluss

18.06.2015 – BaltzerVon Christoph Baltzer.

Politisch ist es um die privaten Krankenversicherer ruhig geworden. Nach der Einführung der Unisex-Tarife kam es kaum zu Beitragsanpassungen. Doch das Geschäft läuft schleppend. Und schon mittelfristig wird der Druck auf der Leistungsseite wieder steigen.

Die privaten Krankenversicherer ringen um mehr Einfluss in der Politik. Das vor sechs Jahren geschaffene Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) soll zu einer zentralen Stelle zur Einschätzung von Pflegeheimen ausgebaut werden, fordert Verbandspräsident Uwe Laue. Nach einhelliger Einschätzung sind die vor kurzem eingeführten Noten für Pflegeheime gescheitert. Weil die Noten sehr stark von der Dokumentation abhängen, mussten sich die Pflegekräfte zu stark mit bürokratischen Aufgaben beschäftigen.

Das ZQB der Privatversicherer evaluiert Pflegeheime anhand von Experteninterviews. “Die Privaten Krankenkassen haben das beste Beratungssystem in unserer Republik”, sagte Karl-Josef Laumann, Staatssekretär im Gesundheitsministerium. “Da kann die GKV von der PKV lernen.” (siehe POLITICS)

24,7 Mrd. Euro haben die Privatversicherer im vergangenen Jahr für Gesundheitsleistungen gezahlt, das waren 1,8 Prozent mehr als 2013. Doch mittelfristig werden die Gesundheitskosten wieder kräftig anziehen. Rabatte mit Pharmaherstellern auszuhandeln, fällt Privatversicherern viel schwerer als der GKV.

Zum Jahresende wird man die neue Gebührenordnung für Ärzte dem Gesundheitsministerium vorlegen. Die neue GOÄ droht, die Gesundheitskosten weiter nach oben treiben. Nicht zuletzt deshalb wollen die Privatversicherer die sprechende Medizin gegenüber der teuren Apparatemedizin stärken. Gleichzeitig soll eine Stiftung für Gesundheitswissen das Wissen über Medizin verbreiten. Wird es angenommen, hat diese Stiftung durchaus das Potenzial, das Wissens- und Abrechnungsmonopol der Ärzte zu brechen.

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